Konzert

Riccardo Muti dirigiert Konzert in Mailänder Gefängnis

Keystone-SDA
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Italien,

Der weltbekannte italienische Dirigent Riccardo Muti ist am Samstagabend mit einem Jugendorchester im Gefängnis Mailand-Opera aufgetreten. Die Musiker spielten auf sogenannten «Instrumenten des Meeres», die aus dem Holz von Flüchtlingsbooten gefertigt wurden.

Riccardo Muti - hier beim Dirigieren des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker im Jahr 2025. (Archivbild)
Riccardo Muti - hier beim Dirigieren des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker im Jahr 2025. (Archivbild) - KEYSTONE/APA/WIENER PHILHARMONIKER/DIETER NAGL

Die Instrumente entstanden in Geigenbauwerkstätten innerhalb des Gefängnisses und wurden von Sträflingen hergestellt.

Die Initiative ist Teil des Projekts «Le vie dell'amicizia» («Wege der Freundschaft») des Ravenna-Festivals, das seit 1997 mit Musik Zeichen von Hoffnung, Dialog und Geschwisterlichkeit in von Konflikten, Katastrophen oder gesellschaftlichen Bruchlinien geprägten Orten setzt.

Nach Konzerten in Lampedusa und Ravenna im Jahr 2024 kehrten Muti und das Orchester nun an den Ort zurück, an dem die Instrumente entstanden.

Auf dem Programm standen unter anderem das Konzert in A-Dur für Streicher und Cembalo von Antonio Vivaldi sowie Werke von Giuseppe Verdi, darunter die Ouvertüre zu «Nabucco», das «Ave Maria» aus «Otello» mit der Sopranistin Rosa Feola.

Der weltbekannte Dirigent Muti sprach von der «besonderen emotionalen Tiefe», die er im Gefängnis erlebt habe. «Ich habe hier viel mehr Emotionen, Kreativität und tiefere Spiritualität empfunden als draussen», sagte der Maestro. Das Konzert endete mit einer Lesung von Gedichten und Zeugnissen, die von den Gefangenen selbst geschrieben wurden, bevor der Chor Verdis Arie «Va', pensiero» sang. Mit dem Chor sangen auch einige Gefängnisinsassen, die sich nach dem Auftritt umarmten und zu Tränen gerührt waren.

Kommentare

User #3108 (nicht angemeldet)

Ist ja alles schön und gut. Genau aber, auch wenn die Insassen die Instrumente machten, sind sie nicht Grundlos hinter Gittern. Für Kost und Logis müssen auch diejenigen arbeiten, welche vor den Gittern leben . Dann sicherlich noch gratis ! Ich jedenfalls könnte mir solch ein Logenplatz nicht leisten.... Über den Gefängnisluxus in der Schweiz möchte ich gar nicht schreiben....

User #6397 (nicht angemeldet)

Tolle idee und es gibt ein gefuehl..dass dort menschen sind die ich gedanken machen koennen....fuer das gute.

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