Riccardo Muti dirigiert Konzert in Mailänder Gefängnis
Der weltbekannte italienische Dirigent Riccardo Muti ist am Samstagabend mit einem Jugendorchester im Gefängnis Mailand-Opera aufgetreten. Die Musiker spielten auf sogenannten «Instrumenten des Meeres», die aus dem Holz von Flüchtlingsbooten gefertigt wurden.

Die Instrumente entstanden in Geigenbauwerkstätten innerhalb des Gefängnisses und wurden von Sträflingen hergestellt.
Die Initiative ist Teil des Projekts «Le vie dell'amicizia» («Wege der Freundschaft») des Ravenna-Festivals, das seit 1997 mit Musik Zeichen von Hoffnung, Dialog und Geschwisterlichkeit in von Konflikten, Katastrophen oder gesellschaftlichen Bruchlinien geprägten Orten setzt.
Nach Konzerten in Lampedusa und Ravenna im Jahr 2024 kehrten Muti und das Orchester nun an den Ort zurück, an dem die Instrumente entstanden.
Auf dem Programm standen unter anderem das Konzert in A-Dur für Streicher und Cembalo von Antonio Vivaldi sowie Werke von Giuseppe Verdi, darunter die Ouvertüre zu «Nabucco», das «Ave Maria» aus «Otello» mit der Sopranistin Rosa Feola.
Der weltbekannte Dirigent Muti sprach von der «besonderen emotionalen Tiefe», die er im Gefängnis erlebt habe. «Ich habe hier viel mehr Emotionen, Kreativität und tiefere Spiritualität empfunden als draussen», sagte der Maestro. Das Konzert endete mit einer Lesung von Gedichten und Zeugnissen, die von den Gefangenen selbst geschrieben wurden, bevor der Chor Verdis Arie «Va', pensiero» sang. Mit dem Chor sangen auch einige Gefängnisinsassen, die sich nach dem Auftritt umarmten und zu Tränen gerührt waren.














