Wal schwimmt los – in Richtung Hafen

    Ist es seine letzte Chance? Deutsche Behörden und Umweltaktivisten versuchen händeringend, einen Buckelwal in Küstennähe zu retten. Die Zeit wird knapp.

    Infektion Gesundheit
    Der Gesundheitszustand des gestrandeten Buckelwals ist Experten zufolge nicht gut. Auf seiner Haut haben sich Sekundärinfektionen gebildet. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Wal vor der Ostsee hat gesundheitliche Probleme.
    • Experten berichten über langsame Atmung und Hautinfektionen.
    • Am Abend wird über Sterbehilfe für den Wal diskutiert.

    Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Ein Buckelwal war in der vergangenen Woche zunächst auf einer Sandbank vor dem Timmendorfer Strand gestrandet.

    Von dort wurde er befreit und schwamm in Richtung des offenen Meeres. Diesen Samstag setzte er an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern jedoch erneut auf einer Sandbank auf.

    Zunächst gelang dem Wal die Selbstbefreiung. Ihm gelang es aus eigener Kraft, sich freizuschwimmen. Doch nur 800 Meter später blieb der Meeressäuger am Sonntag wieder stecken.

    Kann der Wal Timmy sich noch retten?

    Seither liegt er dort in etwa zwei Meter tiefem Wasser. Auch aus dieser Situation sollte er sich eigentlich selbst befreien können.

    Doch: Der Gesundheitszustand des 12 bis 15 Meter langen Wals ist den Experten zufolge nicht gut.

    Im Ticker von Nau.ch bleibst du zu den neusten Entwicklungen rund um den Wal in der Ostsee auf dem Laufenden.

    Wasserschutzpolizei stellt sich auf Nachtschicht ein

    22.35: Die Wasserschutzpolizei wird eigenen Angaben zufolge die ganze Nacht im Einsatz sein. Sie passt auf, dass Timmy nicht in den Hafen schwimmt. «Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen», sagt Umweltminister Till Backhaus.

    Timmy schwimmt gegen Abend hinaus auf die See

    22.00: Bei aller Begeisterung über den Wal erklärte Umweltminister Tull Backhaus, das Tier habe sich zunächst in die falsche Richtung bewegt – nämlich in Richtung Hafen. Laut Wasserschutzpolizei schwamm der Wal später am Abend jedoch wieder hinaus auf die See.

    Wal schwimmt los – in Richtung Hafen

    20.46: Kurz nach einem missglückten Rettungsversuch von Greenpeace setzt sich der Buckelwal am Wismarer Hafen plötzlich in Bewegung. Über einen Zeitraum von rund zwei Minuten führt er zunächst Schwimmbewegungen aus, kommt jedoch kaum vom Fleck.

    Wal
    Mehrere Rettungsversuche von verschiedenen Teams sind bereits fehlgeschlagen. - keystone

    Schliesslich legt er rund 50 Meter zurück – in Richtung Hafen. Nun ist auch die Wasserschutzpolizei wieder im Hafenbecken unterwegs. Diese versucht ihn davon abzuhalten, in den Hafen zu schwimmen. «Ich hoffe, dass er es schafft – aber den Garantieschein gibt es nicht», sagt Umweltminister Tull Backhaus. Das berichtet «Focus».

    Rettungsaktion wurde abgebrochen!

    17.26: In der Nordsee bahnt sich eine Tragödie an: Zwei Boote umkreisen den Buckelwal minutenlang. Doch dieser reagiert nicht auf die Annäherungsversuche.

    Wal Wismar
    Der Buckelwal kann sich derzeit nicht aus eigener Kraft aus seiner misslichen Lage befreien. - keystone

    Und so geben die Retter schliesslich auf und drehen die Schiffe wieder ab. Das berichtet «Bild». Aktuell ist unklar, ob es einen weiteren Rettungsversuch geben wird.

    Am Abend soll darüber diskutiert werden, ob die Experten dem Wal beim Sterben helfen sollen.

    Nächste Rettungsaktion ist gestartet

    16.46: Nach Informationen von «Bild» haben die Expertinnen und Experten mit einer neuen Rettungsaktion begonnen. Zwei Boote sind losgefahren.

    Mit Paddeln wollen die Helfer dabei aufs Wasser klatschen, um den Buckelwal zum Fortschwimmen zu bewegen. Das Meerestier soll dabei allerdings nicht berührt werden.

    Wal Wismar
    Ein Schlauchboot der Polizei fuhr bereits gestern in die Nähe des Wals. Der Buckelwal liegt noch immer in der Wismarer Bucht. - keystone

    «Wir glauben nach wie vor, dass es gelingt»

    15.46: Burkhard Bascheck vom Deutschen Meeresmuseum glaubt weiterhin an eine Rettung des Buckelwals. Sollte sich der Meeressäuger nicht von selbst fortbewegen, müssten zwar weitere Optionen überlegt werden. Am Montagnachmittag sei das aber noch nicht der Fall. «Wir glauben weiterhin, dass es gelingt», sagte Baschek laut «Bild» nach einer Pressekonferenz.

    Wal Deutschland
    Zuschauerinnen und Zuschauer bangen um die Rettung des Buckelwals. - keystone

    «Heute Abend wird darüber diskutiert, wie man ihm beim Sterben helfen kann»

    14.45: An einer Pressekonferenz zum Wal in Wismar gehen die Emotionen hoch. Es werden alle Optionen offen gehalten.

    Wal Ostsee
    Benötigt der Buckelwal Sterbehilfe? Noch haben die Experten nicht entschieden. - keystone

    Auch die schlimmste Situation wird angesprochen. «Heute Abend wird dann darüber diskutiert, wie man ihm beim Sterben helfen kann, wenn er sich nicht freischwimmt.» Das sagt Burkhard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum laut «Focus».

    Möwen picken auf der Haut des Buckelwals

    14.25: Der Buckelwal leidet an gesundheitlichen Problemen. Besonders schlimm machen ihm die die Möwen zu schaffen, die an seiner Haut picken.

    Wal Wismar
    Zahlreiche Möwen machen dem Wal zu schaffen. - keystone

    Das führt zu Hautinfektionen. Zwar schüttelt der Meeressäuger die Vögel derzeit noch ab, im Idealfall würde er aber abtauchen, berichtet «Bild».

    Schwimmt der Buckelwal heute in die Freiheit?

    13.39: Der Wasserstand der Ostsee soll im Laufe des Nachmittags um etwa 30 Zentimeter ansteigen, wie das Deutsche Meeresmuseum mitteilte. Dann wolle das Expertenteam vor Ort versuchen, den Wal nochmals zu animieren.

    Wal Ostsee
    Am Sonntag versuchten Experten, den Wal zum Wegschwimmen zu bewegen. - keystone

    «Dies erfolgt durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls berührt werden sollte.» Dies sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums.

    «Der Wal ist sehr geschwächt. Die Atemfrequenz hat sich verlangsamt, und die Haut weist Sekundärinfektionen auf.»

    Aktuell soll der Meeressäuger nur noch alle vier bis fünf Minuten atmen.

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    Kommentare

    User #3129 (nicht angemeldet)

    Wal da raucht er 🚬

    User #737 (nicht angemeldet)

    Den Todeskampf ist eine Einbildung von uns Menschen. Der Wal kämpft nicht mehr, er stirbt. Man kann nicht von Menschen auf Tiere schliessen. Abstand halten, in Ruhe lassen, - er weiss, wie Sterben geht.

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