Rettungsmission abgebrochen – Wal reagiert nicht
Ist es seine letzte Chance? Deutsche Behörden und Umweltaktivisten versuchen händeringend, einen Buckelwal in Küstennähe zu retten. Die Zeit wird knapp.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Wal vor der Ostsee hat gesundheitliche Probleme.
- Experten berichten über langsame Atmung und Hautinfektionen.
- Am Abend wird über Sterbehilfe für den Wal diskutiert.
Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Ein Buckelwal war in der vergangenen Woche zunächst auf einer Sandbank vor dem Timmendorfer Strand gestrandet.
Von dort wurde er befreit und schwamm in Richtung des offenen Meeres. Diesen Samstag setzte er an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern jedoch erneut auf einer Sandbank auf.
Zunächst gelang dem Wal die Selbstbefreiung. Ihm gelang es aus eigener Kraft, sich freizuschwimmen. Doch nur 800 Meter später blieb der Meeressäuger am Sonntag wieder stecken.
Seither liegt er dort in etwa zwei Meter tiefem Wasser. Auch aus dieser Situation sollte er sich eigentlich selbst befreien können.
Doch: Der Gesundheitszustand des 12 bis 15 Meter langen Wals ist den Experten zufolge nicht gut.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du zu den neusten Entwicklungen rund um den Wal in der Ostsee auf dem Laufenden.
Rettungsaktion wurde abgebrochen!
17.26: In der Nordsee bahnt sich eine Tragödie an: Zwei Boote umkreisen den Buckelwal minutenlang. Doch dieser reagiert nicht auf die Annäherungsversuche.

Und so geben die Retter schliesslich auf und drehen die Schiffe wieder ab. Das berichtet «Bild». Aktuell ist unklar, ob es einen weiteren Rettungsversuch geben wird.
Am Abend soll darüber diskutiert werden, ob die Experten dem Wal beim Sterben helfen sollen.
Nächste Rettungsaktion ist gestartet
16.46: Nach Informationen von «Bild» haben die Expertinnen und Experten mit einer neuen Rettungsaktion begonnen. Zwei Boote sind losgefahren.
Mit Paddeln wollen die Helfer dabei aufs Wasser klatschen, um den Buckelwal zum Fortschwimmen zu bewegen. Das Meerestier soll dabei allerdings nicht berührt werden.

«Wir glauben nach wie vor, dass es gelingt»
15.46: Burkhard Bascheck vom Deutschen Meeresmuseum glaubt weiterhin an eine Rettung des Buckelwals. Sollte sich der Meeressäuger nicht von selbst fortbewegen, müssten zwar weitere Optionen überlegt werden. Am Montagnachmittag sei das aber noch nicht der Fall. «Wir glauben weiterhin, dass es gelingt», sagte Baschek laut «Bild» nach einer Pressekonferenz.

«Heute Abend wird darüber diskutiert, wie man ihm beim Sterben helfen kann»
14.45: An einer Pressekonferenz zum Wal in Wismar gehen die Emotionen hoch. Es werden alle Optionen offen gehalten.

Auch die schlimmste Situation wird angesprochen. «Heute Abend wird dann darüber diskutiert, wie man ihm beim Sterben helfen kann, wenn er sich nicht freischwimmt.» Das sagt Burkhard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum laut «Focus».
Möwen picken auf der Haut des Buckelwals
14.25: Der Buckelwal leidet an gesundheitlichen Problemen. Besonders schlimm machen ihm die die Möwen zu schaffen, die an seiner Haut picken.

Das führt zu Hautinfektionen. Zwar schüttelt der Meeressäuger die Vögel derzeit noch ab, im Idealfall würde er aber abtauchen, berichtet «Bild».
Schwimmt der Buckelwal heute in die Freiheit?
13.39: Der Wasserstand der Ostsee soll im Laufe des Nachmittags um etwa 30 Zentimeter ansteigen, wie das Deutsche Meeresmuseum mitteilte. Dann wolle das Expertenteam vor Ort versuchen, den Wal nochmals zu animieren.

«Dies erfolgt durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls berührt werden sollte.» Dies sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums.
«Der Wal ist sehr geschwächt. Die Atemfrequenz hat sich verlangsamt, und die Haut weist Sekundärinfektionen auf.»
Aktuell soll der Meeressäuger nur noch alle vier bis fünf Minuten atmen.












