Razzia

    Ermittler werten Material nach Mitsubishi-Razzia aus

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Nach dem VW-Dieselskandal von 2015 ermitteln Staatsanwälte nun gegen Mitsubishi. Der Autobauer habe illegale Abschalteinrichtungen in Dieselautos eingebaut.

    Mitsubishi Motors
    Mitsubishi Motors muss einen grossen Umsatzeinbruch hinnehmen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach der Diesel-Razzia beim japanischen Autohersteller Mitsubishi und zwei Zulieferern werten die Ermittler die sicher gestellten Materialien aus.
    • Es besteht der Verdacht, dass Mitsubishi illegale Abschalteinrichtungen eingebaut hat.
    • Diesem Skandal geht der VW-Dieselskandal von 2015 voraus.

    Staatsanwälte ermitteln in Sachen Diesel-Skandal nun auch gegen den Hersteller Mitsubishi aus Japan. Dessen Motoren sollen nur auf dem Prüfstand zulässige Grenzwerte einhalten. Ergebnisse seien noch nicht abzusehen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch. Es gebe auch keine konkreten Beschuldigten.

    Verdacht auf Betrug

    Am Dienstag hatte es in vier Bundesländern Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Betrug gegeben. Es besteht der Verdacht, dass der Hersteller in die Abgassysteme von Dieselautos illegale Abschalteinrichtungen eingebaut haben könnte. Die deutsche Importgesellschaft im hessischen Friedberg wie auch das Unternehmen in Japan haben die Durchsuchungen bestätigt, sich aber inhaltlich nicht zu den Vorwürfen geäussert.

    Abgase aus einem Auspuff
    Abgase aus einem Auspuff - dpa/dpa/picture-alliance/Archiv

    Das eng mit Nissan und Renault verbundene Unternehmen hatte bereits im Jahr 2016 Manipulationen bei Abgasmessungen in Benziner-Modellen eingeräumt.

    Auch Büros der Zulieferer wurden durchsucht

    Neben Geschäftsräumen von Mitsubishi wurden laut der Zeitschrift «Wirtschaftswoche» auch Büros der Zulieferer Continental und Denso durchsucht, die in dem Verfahren als Zeugen geführt werden. Die Polizei hat Käufer der Mitsubishi-Dieselfahrzeuge aufgefordert, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen.

    Der VW-Dieselskandal von 2015

    Die Entdeckung einer Software zur gezielten Täuschung über die tatsächlichen Abgaswerte auf der Strasse hatte im September 2015 zum VW-Dieselskandal geführt. US-Behörden und Wissenschaftler hatten damals herausgefunden, dass die Abgasreinigung vieler Dieselmodelle von Volkswagen nur auf dem Prüfstand voll aktiviert war.

    Logo von VW
    Logo von VW. - keystone

    Dieser Betrug stürzte den Konzern in eine tiefe Krise, bis heute verbuchte VW mehr als 30 Milliarden Euro an Kosten für juristische Verfahren. Auch mit Blick auf andere Hersteller wurden Zweifel laut, ob möglicherweise Manipulationsprogramme zum Einsatz kamen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Frankfurt/Main
    Carlos Ghosn
    Nach Flucht
    Wolfsburg/San Francisco

    MEHR IN NEWS

    Andrea Zryd Frauen-Eishockey-WM
    Wie bei WEURO
    Kaufleuten
    Zürcher Clubnacht
    Mountain View

    MEHR RAZZIA

    Polizei Blaulicht Deutschland
    7 Interaktionen
    60 Millionen Schaden
    Die Spezialeinheit drang in dieses Gebäude ein.
    9 Interaktionen
    Nach Razzia
    Festnahme Polizei
    1 Interaktionen
    Istanbul
    Türkei
    3 Interaktionen
    Istanbul

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Smarte Futterautomaten
    15 Interaktionen
    Spionage-Napf?
    Isabel Schnabel
    Frankfurt/Main
    Beni Durrer
    450 Interaktionen
    Auswanderer