Pädo-Sadist «White Tiger» war Polizei schon 2021 bekannt

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    Deutschland,

    Er soll Kinder im Internet zu Selbstverletzung und Suizid gebracht haben. Vor einem Monat wurde er festgenommen, doch schon Jahre zuvor gab es Hinweise.

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    In Hamburg startet am 9. Januar der Prozess gegen den mutmasslichen Pädokriminellen, der online als «White Tiger» auftrat. (Symbolbild) - dpa

    In Deutschland hat die Hamburger Polizei bereits 2021 gegen den als «White Tiger» auftretenden Pädo-Sadisten ermittelt, der im Internet Kinder sexuell missbraucht und in den Suizid getrieben haben soll. Nach Berichten von «Zeit» und «Hamburger Morgenpost» waren die Ermittler durch einen Hinweis des US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) auf den mittlerweile 20-jährigen Deutsch-Iraner aufmerksam geworden.

    Damals seien die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Besitz jugendpornografischer Aufnahmen jedoch nach einer Vernehmung des Verdächtigen wegen Geringfügigkeit eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte der dpa die Angaben.

    Erst vor gut einem Monat war der Verdächtige in Hamburg in der elterlichen Wohnung unter anderem wegen Mordverdachts festgenommen worden. Er sitzt nun im Jugendgefängnis auf der Elbinsel Hahnöfersand bei Jork in Niedersachsen in Untersuchungshaft.

    Verdächtiger chattete mit zwei Minderjährigen

    Den Hinweis aus den USA hatte das Bundeskriminalamt demnach 2021 an das Hamburger LKA weitergegeben. Bei einer Vernehmung habe der damals 16-Jährige zugegeben, als «White Tiger» mit zwei minderjährigen Userinnen auf der Plattform Discord Chats mit jugendpornografischen Inhalten geführt zu haben. Zudem hätten die Chats mit einer der Minderjährigen auch Aufforderungen zu selbstverletzenden Handlungen sowie die Bestärkung eines vom Opfer selbst geäusserten suizidalen Gedankens enthalten.

    Die Staatsanwaltschaft bestätigte auch, dass der heute 20-Jährige schon damals in dem NCMEC-Bericht als Mitglied der sadistischen Internet-Gruppe 764 genannt wurde.

    Heute werden ihm unter anderem Mord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung, teils schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie Besitz von kinderpornografischen Dateien vorgeworfen. Er soll Kopf einer Gruppe von Cyberkriminellen sein, die aus sexueller Motivation heraus acht Kinder im Alter von elf bis 15 Jahren im Internet zu Gewalt gegen sich selbst gezwungen haben.

    Die Kinder stammen den Angaben der Ermittlungsbehörden zufolge aus Deutschland, England, Kanada, USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen. Ein 13-jähriger US-Amerikaner wurde demnach in den Suizid getrieben. Eine 14-jährige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen.

    «White Tiger» kam mit seiner Mutter zur Polizei

    Wie jetzt durch die Recherchen von «Mopo» und «Zeit» bekanntwurde, war nach dem MCMEC-Report zunächst die Mutter des Verdächtigen vorgeladen worden, weil unklar war, wer von den an der Wohnanschrift gemeldeten vier Personen die Dateien im Internet hochgeladen hatte, und sie die Anschlussinhaberin war.

    Im November 2021 sei sie zusammen mit ihrem Sohn bei der Polizei erschienen. Dieser habe die Tat dann nach rechtlicher Belehrung zugegeben und sei wenig später noch einmal vernommen worden. Drei Tage später wurde das Ermittlungsverfahren gegen den 16-Jährigen wegen Geringfügigkeit eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

    764 gilt als extremistisches Netzwerk

    Die internationale Gruppe 764 war im April von der Staatsanwaltschaft des Distrikts Washington als nihilistisches extremistisches Netzwerk klassifiziert worden. Das Netzwerk, das über Untergruppen verfügen soll, agiere online und habe es vor allem auf Kinder abgesehen, hiess es in einer Mitteilung.

    764 ist laut einem Bericht der «Washington Post», die sich auf Angaben des FBI bezieht, Teil der Postleitzahl der texanischen Stadt Stephenville – der Heimatstadt des Netzwerkgründers, der nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft in den USA zu 80 Jahren Haft verurteilt wurde.

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    Kommentare

    User #2587 (nicht angemeldet)

    Wie kann man so etwas wegen Geringfügigkeit ein Verfahren einstellen?

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    Pädokrimineller
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