Osterkuchen entweiht: Moskauer Behörden leiten Verfahren ein
Russische Behörden haben kurz nach dem orthodoxen Osterfest im Zusammenhang mit der angeblichen Entweihung eines traditionellen Gebäcks zwei Strafverfahren wegen der Verletzung religiöser Gefühle eingeleitet. So seien Ermittlungen gegen eine Frau aus dem Gebiet Leningrad nahe der Millionenstadt St. Petersburg begonnen worden, weil sie über das Internet unanständige Bilder mit dem Osterkuchen verbreitet habe, teilte das Ermittlungskomitee mit. Die junge Frau hatte zuvor auf ihrem Telegramkanal ein Foto gestellt mit dem Kulitsch genannten Gebäck neben einem Vibrator. Nach Protesten löschte sie die Bilder wieder.

In einem anderen Fall laufen Ermittlungen gegen die Angestellte einer Shisha-Bar in Moskau, die einem Klienten seine Wasserpfeife auf einem Kulitsch präsentiert und die Bilder anschliessend davon veröffentlicht hatte. Den zwei Frauen droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. In beiden Fällen hatten Blogger und orthodoxe Eiferer die Behörden auf den Fall aufmerksam gemacht.
Der Kulitsch ist ein traditionelles Ostergebäck in Russland, das die orthodoxen Christen zusammen mit den Ostereiern und einer Quarkspeise verzehren. Es markiert das Ende der Fastenzeit zum Ostersonntag. Oft lassen Gläubige den Kulitsch sogar vor Ostern von Priestern weihen. Seit 2013 ist die Verletzung der Gefühle von Gläubigen in Russland strafrechtlich relevant. Auslöser war eine Performance der Gruppe Pussy Riot in der Christ-Erlöser-Kathedrale Moskaus.










