18 Drittstaaten können ohne Abkommen provisorisch am EU-Forschungsprogramm Horizon Europe teilnehmen - nicht aber die Schweiz. Rund 20 europäische Forschungsorganisationen und -netzwerke fordern in einem offenen Brief die Teilnahme der Schweiz am EU-Programm.
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In einem offenen Brief forderten europäische Forschungsinstitutionen und -netzwerke eine volle Assoziierung der Schweiz an das EU-Forschungsprogramm Horizon Europe. Wegen des Abbruchs der Verhandlungen zum Rahmenabkommen ist die Schweiz aktuell nicht am EU-Programm beteiligt. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Mitte Juni hatte die EU-Kommission das Arbeitsprogramm für Horizon Europe für den Zeitraum von 2021 bis 2022 gutgeheissen - in der Höhe von 14,7 Milliarden Euro.

Da jedoch die Assoziierungsabkommen mit den Drittstaaten für ihre Teilnahme am EU-Forschungsprogramm noch nicht fertig ausgehandelt sind, gibt es Übergangsabkommen, wie Brüssel mitteilte.

Diese sollen gewährleisten, dass die Forscherinnen und Forscher dieser Länder trotzdem schon am Programm teilnehmen können. Insgesamt 18 Länder profitieren von diesen Übergangsabkommen. Darunter sind Albanien, Türkei und das Vereinigte Königreich.

Aber nicht so die Schweiz, wie aus einem Dokument der EU-Kommission hervor geht. «Juristische Einheiten aus der Schweiz sind derzeit nicht durch Übergangsabkommen gedeckt», steht da geschrieben.

Knapp 20 europäische Forschungsorganisationen und -netzwerke wie zum Beispiel «Science Europe» oder das «Aurora Universities Network» unterzeichneten einen offenen Brief. Dieser fordert die volle Teilnahme der Schweiz an Horizon Europe.

Im Brief heisst es, es sei wichtig, «die seit langem etablierte und gegenseitig vorteilhafte Kooperation zwischen der EU und der Schweiz in Forschung und Innovation weiterzuführen.» Die Schweiz habe in vielen Bereichen einen wichtigen Beitrag geleistet - etwa bei der Gesundheit, dem Klima und der Quantentechnologie.

Die Schweiz nun zu einem Drittstaat zu degradieren, würde verhindern, dass sie ihre volle Expertise ins EU-Forschungsprogramm einbringen könne. «Wir sind überzeugt, dass dies zu Verlusten für beide Seiten führen würde (...)», heisst es weiter.

Ganz unerwartet dürfte der Entscheid aus Brüssel nicht gekommen sein. Es ist bekannt, dass die EU die Schweizer Teilnahme an Horizon Europe an ein institutionelles Rahmenabkommen und seit kurzem auch an die Auszahlung der Kohäsionsmilliarde geknüpft hat.

Die Schweiz strebe jedoch weiterhin eine Vollassoziierung an, schrieb das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Freitag. Um aktuelle Finanzierungslücken zu überbrücken, springt nun der Bund ein.

Denn auch Forschende aus Drittstaaten, wie im Moment die Schweiz, können sich laut SBFI an bestimmten Programmen und Initiativen von Horizon Europe beteiligen. Sie erhielten dann aber in der Regel keine Finanzierung ihrer Projektkosten aus Brüssel. Hier erfolge die Finanzierung dann durch den Bund.

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