Die «Ocean Viking» hat über 40 Migranten im Mittelmeer gerettet. Die libysche Küstenwache soll die erste der beiden Rettungsaktionen gestört haben.
Migration Libya
Ein überfülltes Boot mit Migranten versucht, der libyschen Küstenwache zu entkommen. (Sea-Watch.org via AP) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die libysche Küstenwache soll eine Rettungsaktion der «Ocean Viking» gestört haben.
  • Es seien Schüsse auf das Migrantenboot abgefeuert worden sein.
  • Ausserdem kam es auch beinahe zu einem Zusammenstoss.

Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee hat im zentralen Mittelmeer mehr als 40 Menschen aus Seenot gerettet. Die Crew der «Ocean Viking» habe die Bootsmigranten bei zwei Einsätzen in maltesischen Gewässern aufgegriffen. Dies teilte die Organisation in der Nacht zu Freitag mit.

Demnach störte ein Patrouillenboot der libyschen Küstenwache die erste der beiden Rettungsaktionen. Unter den Geretteten seien 15 Minderjährige und fünf Frauen, von denen eine schwanger sei, hiess es weiter.

Küstenwache soll Schüsse abgefeuert haben

Die in Berlin ansässige Organisation Sea-Watch verbreitete über ihre Kanäle in den sozialen Medien ein Video. Auf diesem ist ein kleines, mit mehreren Menschen besetztes Boot zu sehen ist, das von einem grösseren Schiff verfolgt wird. Sea-Watch nahm das Video von dem Vorfall im Mittelmeer nach eigenen Angaben aus ihrem Flugzeug «Seabird» auf.

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Eine gemeinnützige Seenotrettungsgruppe prangert die libysche Küstenwache und die Europäische Union an, nachdem sie beobachtet und gefilmt hat, wie die libyschen Seebehörden ein überfülltes Migrantenboot verfolgten und in dessen Richtung schossen, als sie versuchten, es an der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa zu hindern. (Sea-Watch.org via AP) - Keystone

Der Organisation zufolge verfolgte die libysche Küstenwache das mit Migranten besetzte Boot in der maltesischen Such- und Rettungszone. Die Küstenwache habe Schüsse in Richtung des Migrantenbootes abgefeuert. Zu sehen ist auch ein Beinahe-Zusammenstoss der beiden Boote.

Über 720 Migranten 2021 im Mittelmeer gestorben

Immer wieder fangen die libysche und die tunesische Küstenwache Bootsmigranten ab. Diese legen von den Küsten der Länder in Booten Richtung Europa ab. Hilfsorganisationen kritisieren das, weil nach ihren Angaben den Menschen etwa im Krisenland Libyen Gewalt droht.

Bei den gefährlichen Überfahrten geraten die Menschen mitunter in Seenot und verlieren ihr Leben. In diesem Jahr starben nach UN-Angaben mehr als 720 Migranten im zentralen Mittelmeer.

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