Nordstream: Ex-Erotik-Model soll bei Sprengung dabei gewesen sein

    Simon Binz
    Simon Binz

    Deutschland,

    Ein US-Journalist will den Fall Nord Stream aufgeklärt haben – und nennt unter den Saboteuren eine Ukrainerin, die einst als Erotik-Model posierte.

    Nord-Stream-Pipelines
    Das Gas-Leck der Nord-Stream-Pipelines im September 2022. Die Sprengung spaltet Europa bis heute. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein US-Journalist will die Täter der Nord-Stream-Sprengung persönlich getroffen haben.
    • Zur Eliteeinheit gehörte demnach auch ein früheres ukrainisches Erotik-Model.
    • Die Taucherin spielte eine Schlüsselrolle und bildet heute Soldaten im Tauchen aus.

    Die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 spaltet Europa bis heute. Die einen sehen darin einen genialen Schlag gegen das Putin-Regime, die anderen einen terroristischen Anschlag auf die deutsche und europäische Energieversorgung.

    Die Ermittlungen laufen nach wie vor: Deutsche Behörden vermuten eine ukrainische Gruppe hinter der Tat, ein Verdächtiger wurde in Italien gefasst und an Deutschland ausgeliefert.

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    Nun will ein Investigativ-Journalist den Ermittlern zuvorgekommen sein. Bojan Pancevski, Reporter beim «Wall Street Journal», berichtet seit dem ersten Tag über den Fall und traf nach eigenen Angaben die Drahtzieher und Täter persönlich.

    In seinem neuen Buch «Die Nord-Stream-Sprengung. Die wahre Geschichte der Sabotage, die Europa erschütterte» (HarperCollins) schildert er, wie der Anschlag tatsächlich vorbereitet und durchgeführt worden sein soll.

    Eine Eliteeinheit – und zivile Taucher

    Laut Pancevski steckte hinter der Operation eine ukrainische Eliteeinheit, finanziert von privaten Geldgebern und geführt von zwei Geheimdienstveteranen. Ziel war es, das wichtigste Einflussinstrument Moskaus in Europa zu kappen: Die Gasleitungen nach Deutschland.

    Brisant: Für die hochriskante Aktion sollen keine erfahrenen Agenten, sondern Zivilisten rekrutiert worden sein. Darunter – so der Journalist – auch eine ehemalige Erotik-Darstellerin.

    Nord-Stream-Pipelines
    Beamte der Deutschen Bundespolizei bringen den mutmasslichen Nord-Stream-Saboteur Serhii K. vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe zum Helikopter. Der Ukrainer soll einer der Koordinatoren des Anschlags auf die Gaspipelines bei Bornholm im September 2022 gewesen sein (Archiv). - Keystone

    In einem Podcast der «Bild»-Zeitung sagt Pancevski: «Die mutigste Taucherin der ganzen Gruppe war eine Frau.» Ihren echten Namen nennt er nicht, im Buch heisst sie Freya.

    Als junge Frau sei sie im Kiewer Nachtleben unterwegs gewesen, habe nebenher gemodelt und für freizügige Aufnahmen posiert. Auf einem davon soll sie in einem Kapitänsmantel das Cover eines Erotikmagazins geziert haben, überschrieben mit einer anzüglichen Zeile über die Krim.

    Von der Ferientaucherin zur Saboteurin

    Mit Anfang zwanzig entdeckte Freya laut Pancevski ihr Talent fürs Tauchen – eine Leidenschaft, die ihr Leben später in eine völlig neue Richtung lenkte.

    Mit dem russischen Angriffskrieg sei ihr bisheriges Dasein als Tauchlehrerin an fernen Küsten abrupt zu Ende gegangen. Über Kollegen habe sie Kontakt zu einer schattenhaften Geheimdiensteinheit bekommen.

    Nord-Stream-Pipeline
    Bojan Pancevski, Reporter beim «Wall Street Journal», hat die mutmasslichen Nord-Stream-Saboteure nach eigenen Angaben persönlich getroffen – in seinem neuen Buch schildert er die Hintergründe der Operation. - Foto: Bild

    Die Offiziere hätten ihr eine heikle, potenziell lebensgefährliche Mission angeboten, die sich gegen Russlands Kriegskasse richte. Freyas Antwort laut Buch: «Wo soll ich unterschreiben?»

    Unter Wasser soll sie dann eine zentrale Rolle gespielt haben – wiederholt tauchte sie mit rund 80 Kilogramm Ausrüstung in die Tiefe, um die Sprengsätze an den Pipelines anzubringen, oft bei rauer See.

    Ermittler stutzten bei den Nacktfotos

    Als Fahnder später in ihr Leben blickten, stiessen sie auf reichlich brisantes Material. Pancevski beschreibt, wie die Beamten angesichts der expliziten Aufnahmen zunächst zweifelten, ob es sich wirklich um dieselbe Person handle – oder um eine falsche Fährte. Heute soll Freya Soldaten im taktischen Tauchen ausbilden und offiziell zur ukrainischen Armee gehören.

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    Kommentare

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