Neue Initiative für abhörsicheres Quanteninformationsnetz

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Die Bundesregierung will die Quanten-Forschung in Deutschland und Europa massiv voranbringen. Vor allem für eine abhörsichere Kommunikation sollen die Erkenntnisse dienen. Ein erstes Projekt erhält jetzt eine kräftige Anschubfinanzierung.

    Die Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Britta Pedersen
    Die Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Britta Pedersen - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Forschungsministerium will die Entwicklung der Quantentechnologie für eine künftige sichere Datenkommunikation in Deutschland und Europa voranbringen.

    In einem ersten Schritt soll die Technologie erforscht und auf einer Pilotstrecke zwischen zwei Behörden erprobt werden. Für das Projekt «QuNET» sollen dafür in einem ersten Schritt 165 Millionen Euro über sieben Jahre hinweg bereit gestellt werden, kündigte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin an.

    Die Fraunhofer Gesellschaft will dabei zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Basis für ein erstes Netz zur Quantenkommunikation entwickeln.

    Vertrauenswürdige Kommunikation sei die Grundlage für eine freie Gesellschaft, sagte Karliczek. Die Quantentechnologie biete eine einzigartige Chance, sensible Informationen abhörsicher zu übertragen, besser als alle bisherigen Verfahren. Jeder Abhörversuch könne unmittelbar bemerkt werden. Die Initiative soll dafür nun die physikalischen Grundlagen entwickeln, auf der ein hochsicheres Netz für die Bundesregierung entstehen solle. Die internationale Konkurrenz sei gross, sagte Karliczek. «Wir müssen die Forschung dazu deshalb schnell voranbringen.»

    China etwa habe bereits 2017 einen Versuch zur quantenbasierten Satellitenkommunikation erfolgreich durchgeführt, sagte Karliczek. Deutschland und Europa müssten deshalb eigene Kompetenzen ausbauen, um nicht von anderen Ländern abhängig zu werden. «QuNET» solle ein erster Schritt hin zu einer gesamteuropäischen Architektur werden.

    Bereits vor 30 Jahren habe es die erste Idee gegeben, Quantentechnologie zur Nutzung sicherer Kommunikation zu nutzen, erläuterte Gerd Leuchs vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts. Die Theorie basiert auf ganz eigenen physikalischen Prinzipien, die den Forschern bislang immer wieder Rätsel aufgegeben hat. So gebe ein Objekt bei einer Messung niemals seine ganzen Informationen preis, die Messungen könnten auch nicht wie in der herkömmlichen Physik wiederholt werden, erläuterte Leuchs. Bisher ist es nach Angaben von Fraunhofer nur möglich, von einem zu einem anderen Punkt zu kommunizieren und dies auch nur auf Distanzen bis zu 100 Kilometern. In Bayern, Sachsen und Thüringen soll deshalb eine Infrastruktur als Teststrecke entstehen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Parkplatz Olten
    38 Interaktionen
    Parkplatz-Ärger
    Katzen
    16 Interaktionen
    «Viele Expats»

    MEHR IN NEWS

    usa
    Washington
    St. Gallen
    St. Gallen
    Kaffee
    5 Interaktionen
    Bahnhofstrasse
    Peking/Washington

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Timmy
    Millionen-Klage
    9 Interaktionen
    Unna/Hagen
    Audi
    51 Interaktionen
    Allrounder
    Skoda Kamiq
    7 Interaktionen
    Problem mit Lenkung