Nestlé verkauft Ankerkraut-Anteile an Gründer zurück

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Deutschland,

Das Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut verlässt Nestlé und geht wieder eigene Wege.

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Philipp Navratil, CEO von Nestle. - keystone

Nach vier Jahren unter dem Dach des weltgrössten Lebensmittelkonzerns haben die Unternehmensgründer Anne und Stefan Lemcke ihre Unternehmensanteile zurückgekauft, wie beide der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Über die finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.

Ziel sei, die Marke wieder unabhängig weiterzuentwickeln und dabei besonders an ihre ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen. In Anbetracht einer veränderten Marktlage seien beide Seiten überzeugt, dass diese Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung des Unternehmens noch flexibler und schneller voranzutreiben.

«Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen – es ist unser Lebenswerk», betonten Anne und Stefan Lemcke. Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, sagte: «Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach grösserer unternehmerischer Eigenständigkeit.» Die bisherige Zusammenarbeit nannte er konstruktiv, vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen geprägt.

Die Übernahme der Mehrheit an Ankerkraut durch Nestlé 2022 hatte damals in den sozialen Medien zu einem Shitstorm geführt. Egal ob Twitter, wie X damals noch hiess, Facebook oder Instagram – auf allen Kanälen lehnte eine grosse Mehrheit der Nutzer den Deal ab. Viele warfen Anne und Stefan Lemcke vor, ihre Werte verraten zu haben. Auch Influencer wandten sich von dem Unternehmen ab.

Der Groll richtete sich gegen die Wahl des neuen Partners. Der Nestlé-Konzern steht seit Jahren in der Kritik. Viele werfen ihm vor, mit seinen Produkten Profit auf Kosten der Ärmsten zu machen. Er stand aber auch im Feuer wegen der Rodung des Regenwalds, der Ausbeutung von Wasserressourcen und wegen Geschäften mit Russland während des Ukraine-Kriegs.

Die Ankerkraut GmbH aus dem Süden Hamburgs war 2013 als Start-up gegründet worden. Den Durchbruch schafften Anne und Stefan Lemcke 2016 in der TV-Sendung «Höhle der Löwen» 2016. Kurz vor dem Verkauf an Nestlé erzielte Ankerkraut nach eigenen Angaben mit mehr als 230 Beschäftigten einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Heute gebe es rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasse mehr als 500 Gewürze und Gewürzmischungen, Tees sowie Zubehör./klm/DP/nas

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