Markus Lanz zeigt nach Vorwürfen Mitleid mit Christian Ulmen

Cheri Reinhardt
Cheri Reinhardt

Deutschland,

Markus Lanz äussert sich zum Fall Christian Ulmen. Er zeigt Mitgefühl für Collien Fernandes, aber auch für die Familie des Schauspielers.

Markus Lanz
Christian Ulmen steht wegen schwerer Vorwürfe im Fokus. Markus Lanz äussert sich nun öffentlich zum Fall und zeigt Mitgefühl für das Umfeld. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Markus Lanz meldet sich im Fall Christian Ulmen erstmals öffentlich zu Wort.
  • Er zeigt Mitgefühl für Collien Fernandes, aber auch für die Familie des Beschuldigten.

Nach den schweren Vorwürfen von Collien Fernandes (44) gegen Christian Ulmen (50) äussert sich nun Markus Lanz (57) zum Fall.

Im Interview mit dem «Stern» sagt der Talkshow-Moderator, dass ihn die Geschichte auch menschlich beschäftige.

Lanz betont, er habe keinen Grund, an der Berichterstattung zu zweifeln. Gleichzeitig empfinde er nicht nur Mitgefühl für Fernandes, sondern auch für das Umfeld von Ulmen.

«Für die gemeinsame Tochter, die weiter zur Schule gehen muss. Für Eltern und Geschwister, die alle weiter ihr Leben leben müssen und nun beim Bäcker angestarrt werden», sagt Lanz.

Lanz denkt auch an den öffentlichen Druck

Besonders beschäftigt Lanz laut Interview die Wucht der öffentlichen Reaktionen. Die Wut, die über soziale Medien komme, erinnere ihn an seine eigene Krise nach dem Aus von «Wetten, dass..?».

Sollte man bei solchen Fällen auch Mitgefühl für das Umfeld des Beschuldigten haben?

Damals sei er plötzlich «der Buhmann der Nation» gewesen, erinnert sich Lanz. Gerade deshalb habe er auch Mitleid mit Christian Ulmen, selbst wenn dieser mutmasslich einen schweren Fehler begangen haben sollte.

Christian Ulmen und Collien Fernandes waren 14 Jahre verheiratet. Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, sie digital massiv missbraucht zu haben.

Schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen

Im «Spiegel» sprach Fernandes von «virtueller Vergewaltigung». Laut Fernandes soll Ulmen Fake-Profile von ihr erstellt haben. Zudem soll er digital veränderte Bilder und Videos verbreitet haben, die sie nackt oder bei sexuellen Handlungen zeigen sollen.

Collien Fernandes erstattete in Spanien Anzeige. Inzwischen beschäftigt der Fall auch die deutsche Justiz.

Verfolgst du den Fall Fernandes/Ulmen?

Lanz sagt im «Stern», er wolle keine Ratschläge erteilen. Für sich selbst könne er nur sagen, dass er wohl versucht hätte, eine solche Situation privat zu klären.

Gleichzeitig betont er, dass die grundsätzliche Debatte wichtig sei. Was Ulmen dem Vernehmen nach gemacht haben soll, sei «völlig indiskutabel», aber nicht repräsentativ für ein ganzes Geschlecht.

Anwalt weist zentrale Punkte zurück

Ulmens Anwalt Christian Schertz hatte sich bereits im März zu den Vorwürfen geäussert. Er erklärte, die Berichterstattung des «Spiegel» sei nach summarischer Prüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig.

Laut Schertz würden «unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung» verbreitet. Besonders den Verdacht, Christian Ulmen habe Deepfake-Pornos erstellt oder verbreitet, weist die Verteidigung entschieden zurück.

Ulmen stellte laut seinem Anwalt zudem einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den «Spiegel» beim Landgericht Hamburg.

Markus Lanz sagt, er habe Christian Ulmen nie persönlich getroffen. Trotzdem hoffe er, «dass er wenigstens einen Freund hat, der ihn anruft und fragt, wie es ihm geht».

Gegen Christian Ulmen laufen aktuell Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kommentare

User #2271 (nicht angemeldet)

Fernandes mit Pelicot zu vergleichen entbehrt jeglichem gesundem Menschenverstand.

User #5486 (nicht angemeldet)

Ja, der Markus Lanz hält sich für so wichtig und kompetent, dass er natürlich als selbstwahrgenommene höchste Instanz zu allem das genau richtige sagen kann. Eine Art Heiland der Werte. Im gleichen Atemzug vergleicht er möglichen sexuellen Missbrauch mit seinem Aus bei Wetten dass?. Klassisches narzistisches Verhalten könnte man fast meinen...

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