Nazi-Symbole im Klassenchat: Ermittlungen gegen Gymnasiasten

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Ein Klassenchat voller Hakenkreuze, fremdenfeindlicher und pornografischer Inhalte. Dem Schulleiter reicht es, er schaltet die Polizei ein. Kein Einzelfall.

    Wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und der Verbreitung von Pornografie im Chat einer Schulklasse ermittelt die Polizei. Symbolbild: Lino Mirgeler Foto: Lino Mirgeler
    Wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und der Verbreitung von Pornografie im Chat einer Schulklasse ermittelt die Polizei. Symbolbild: Lino Mirgeler Foto: Lino Mirgeler - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Polizei in Leonberg (Kreis Böblingen) ermittelt wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und der Verbreitung von Pornografie im Chat einer Schulklasse.

    Fünf Schüler eines Gymnasiums stehen im Verdacht, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Zuerst berichtete die «Bild»-Zeitung darüber. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei handelt es sich um jugendliches Fehlverhalten in dem geschlossenen Klassenchat des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Die Mitteilungen seien nicht an Aussenstehende gelangt.

    Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) reagierte mit der Forderung nach Aufklärung: «In besonders krassen Fällen wie in Leonberg selbstverständlich auch unter Einbeziehung der Strafverfolgungsbehörden». Solche Vorfälle dürften nicht verschwiegen werden.

    Die «Bild»-Zeitung veröffentlichte einen Ausschnitt aus einem Schreiben des Schulleiters Klaus Nowotzin an die Eltern, in dem er von Hakenkreuzen, Hitlergruss, sexualisierten Karikaturen und Verunglimpfung von Menschen mit Down-Syndrom berichtete.

    Es habe auch ein Bild eines Maschinengewehres in dem Chat gegeben. Der Untertitel dazu: «Löst bis zu 1800 Asylanträge in der Minute». Er habe zum ersten Mal in zehn Jahren als Leiter des Gymnasiums die Polizei eingeschaltet, schrieb Nowotzin dem Bericht zufolge. Die Klasse habe erst kürzlich eine KZ-Gedenkstätte besucht.

    In Baden-Württemberg besteht seit April 2018 an öffentlichen Schulen eine Meldepflicht für Vorfälle mit antisemitischem, anderweitig religiösem oder ethnischem Hintergrund. 31 Schulen hätten seitdem Vorfälle an die Kultusverwaltung gemeldet, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

    Rechtsradikale und diskriminierende Parolen sowie verfassungsfeindliche Symbole hätten an Schulen nichts zu suchen, weder im Klassenzimmer noch im Klassenchat, teilte Eisenmann mit. «Wir alle sind aufgefordert, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten und wachsam gegenüber antisemitischen Tendenzen zu sein.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Jeff Bezos KI
    8 Interaktionen
    Keine Doppelverdiener
    Künstliche Intelligenz und die Gesundheitskosten
    15 Interaktionen
    Brisant

    MEHR IN NEWS

    Krawallnacht Zürich
    596 Interaktionen
    Illegale Party

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Haftbefehl
    9 Interaktionen
    30 Gramm Koks!
    Manuel Neuer Bayern München
    20 Interaktionen
    Nach Mega-Bock
    Bärbel Bas
    24 Interaktionen
    Berlin
    Josef Settele
    Halle