Nachbarn verprügeln Familienvater – wegen Grillverbot

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Deutschland,

Weil er seine Nachbarn auf das Grillverbot hinwies, wurde Steven K. (36) spitalreif geprügelt. Der Familienvater muss sich nun einer Operation unterziehen.

Prügelei
In Berlin ist es am Sonntagnachmittag zu einer Prügelei gekommen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Steven K. aus Berlin machte seine Nachbarn auf das Grillverbot aufmerksam.
  • Die Nachbarn nehmen dies zum Anlass, den 36-Jährigen zu verprügeln.
  • Der Familienvater erleidet mehrere Hämatome und eine ausgekugelte Schulter.

Eigentlich wollte Steven K. seine Nachbarn nur auf das Grillverbot hinweisen. Denn die Rauchschwaden ziehen regelmässig direkt durch das Fenster ins Kinderzimmer, so der 36-jährige Familienvater.

Es seien immer wieder dieselben Mieter, die verbotenerweise im Hinterhof des Mietshauses im Berliner Stadtteil Friedrichsfelde brutzelten.

Als Steven K. seine Nachbarn zum dritten Mal auf das Verbot hinweist, nimmt der ruhige Sonntagnachmittag eine jähe Wendung. Die Nachbarn verprügeln Steven K. spitalreif, wie «Bild» berichtet.

Der 36-Jährige erleidet eine ausgekugelte Schulter und vermutlich beschädigte Sehnen. Sein Gesicht ist übersät mit Schnitten und Hämatomen, eine Operation steht ihm noch bevor.

Nachbarn beginnen um 8 Uhr mit Grillen

Dabei beginnt der Tag eigentlich harmlos.

Schon um acht Uhr beginnen die Nachbarn mit den Vorbereitungen. «Die haben Stühle und Tische in den Hof gebracht», sagt Steven K. gegenüber der deutschen Zeitung.

Als er sie auf das Grillverbot aufmerksam macht, reagieren sie zunächst verständnisvoll. Tische und Stühle verschwinden wieder. Doch lange hält die Einsicht offenbar nicht an.

Kurze Zeit später wird erneut aufgebaut. Wieder weist Steven K. auf das Verbot hin. Als er seine Nachbarn schliesslich ein drittes Mal darauf ansprechen muss, ruft er die Polizei.

Die Beamten schicken eine Patrouille vorbei und raten ihm anschliessend, sich besser in seine Wohnung zurückzuziehen. Zu seiner «eigenen Sicherheit», wie es heisst.

«Pass auf, meine Familie kommt gleich»

Die Beamten sollen Recht behalten. Nur wenige Augenblicke später droht ein Nachbar Steven K.: «Pass auf, meine Familie kommt gleich.»

Dann fährt ein Auto vor dem Wohnhaus vor. «Ein Opel Corsa», so der 36-Jährige. «Ein Mann sprang heraus, hinter ihm eine Frau und ein Kind.»

Bist du schon mal in eine Prügelei geraten?

Die Situation eskaliert. Der Mann habe ihm unvermittelt Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, so Steven K. Kurz darauf sollen zwei Männer auf den Familienvater eingeprügelt haben.

Dieser wird daraufhin ins Spital eingeliefert. Er zeigt sich fassungslos: «Ich hätte nie gedacht, dass Menschen wegen einer Nichtigkeit so heimtückisch und brutal sein können.»

Die mutmasslichen Täter sind laut «Bild» weiterhin flüchtig. Den Ermittlern sollen sie allerdings namentlich bekannt sein.

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