Nach Spionage-Vorwurf: US-Journalist scheitert mit Haftbeschwerde

    Keystone-SDA
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    Russland,

    Der WSJ-Journalist Evan Gershkovich ist vor einem russischen Gericht erschienen. Seine Haftbeschwerde wurde abgelehnt. Er war Ende März festgenommen worden.

    Russia US Detained Reporter
    Wall Street Journal-Reporter Evan Gershkovich steht in einem Glaskäfig in einem Gerichtssaal des Moskauer Stadtgerichts in Moskau, Russland, am Dienstag, 18. April 2023. Die US-Botschafterin in Russland, Lynne Tracy, steht auf der rechten Seite. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • US-Journalist Evan Gershkovich scheitert mit einer Haftbeschwerde in Russland.
    • Er war Ende März wegen Spionage festgenommen worden.

    Der wegen angeblicher Spionage in Russland festgenommene US-Journalist Evan Gershkovich ist mit einer Beschwerde gegen seine Inhaftierung vor Gericht gescheitert. Das Stadtgericht in Moskau lehnte am Dienstag den Antrag der Verteidigung, den Korrespondenten der renommierten US-Zeitung «Wall Street Journal» auf freien Fuss zu setzen, ab.

    Es bestätigte damit die zunächst bis zum 29. Mai angesetzte Untersuchungshaft, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Gershkovichs Anwältin Tatjana Noschkina sagte, dass der 32-Jährige die Anschuldigungen von sich weise.

    Wegen Spionage festgenommen

    Am Montag hatte US-Botschafterin Lynne Tracy den Reporter erstmals seit der Festnahme Ende März im berüchtigten Lefortowo-Gefängnis in Moskau besucht. «Er fühlt sich gut und bleibt stark», teilte die Diplomatin auf dem Botschafts-Twitter-Kanal mit. Gleichzeitig bekräftigte sie die Forderung nach «sofortiger Freilassung» des Journalisten.

    Der Korrespondent wurde Ende März in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ural vom russischen Geheimdienst FSB festgenommen. Laut FSB soll er geheime Informationen für US-Stellen gesammelt haben. Die US-Zeitung hatte dies zurückgewiesen und betont, dass Gershkovich mit seiner Akkreditierung des russischen Aussenministeriums seiner journalistischen Arbeit nachgegangen sei.

    Bei einer Verurteilung drohen dem Mann mit russischen Wurzeln bis zu 20 Jahre Haft. Der Fall belastet die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter. Moskau allerdings beharrt auf Gershkovichs Schuld. Er sei beim Spionieren im Auftrag der US-Regierung auf «frischer Tat ertappt» worden, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow. Das Weisse Haus weist diese durch nichts belegten Vorwürfe zurück.

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