Der slowakische Umweltminister Jan Budaj bleibt im Amt. Der Politiker musste sich nach mehreren Bären-Angriffen einem Misstrauensvotum stellen.
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Ein Braunbär. (Symbolbild) - Pexels
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der slowakische Umweltminister Jan Budaj ist seiner Absetzung entgangen.
  • Der Politiker musste sich nach mehreren Bären-Angriffen einem Misstrauensvotum stellen.

Nach einer Serie blutiger Begegnungen zwischen Braunbären und Menschen in der Slowakei ist Umweltminister Jan Budaj seiner Absetzung entgangen. Der Misstrauensantrag einer rechtsextremistischen Abgeordnetengruppe verfehlte am Dienstag die für eine Abberufung erforderliche Mehrheit im Parlament.

Der Anliegen traf auch bei linken Parlamentariern auf Unterstützung. Zwar stand Budaj auch bei rechtspopulistischen Vertretern der Regierungskoalition in der Kritik. Diese stimmten am Ende aber doch nicht für seine Absetzung.

Budaj war vorgeworfen worden, das Leben von Menschen zu riskieren, indem er sich gegen gezielte Abschüsse von Braunbären stelle. Zuletzt waren in der Slowakei mehrere Menschen bei Zwischenfällen mit Bären verletzt worden.

Gefahren durch menschliches Fehlverhalten

Jäger und Regionalpolitiker verlangten daraufhin, den aus ihrer Sicht zu grossen Tierbestand zu dezimieren. Budaj hingegen wies wiederholt darauf hin, dass das Risiko durch Bären übertrieben dargestellt werde. Die Gefahren entstünden meist nur durch menschliches Fehlverhalten.

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Eine Bären-Mutter mit ihren Jungen. - Pexels

Tatsächlich sorgte beispielsweise die slowakische Bergrettung Mitte Juni für internationales Medienecho. Sie meldete damals die Verletzung eines Bergretters durch einen Bären. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Mann nicht direkt vom Bären verletzt worden war. Er war auf der Flucht vor dem Tier schwer gestürzt.

In einem anderen Fall kurz davor war ein Wanderer zwar von einem Bär schwer verletzt worden. Budaj zufolge hatte sich der Mann dem Tier und dessen Jungen jedoch absichtlich genähert, um ein interessantes Foto zu schiessen.

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