Coronavirus

    Menschen bevorzugen in der Corona-Krise das eigene Auto

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    Deutschland,

    Im eigenen Auto fährt kein Virus mit - diese Hoffnung macht den Pkw zum Krisengewinner. Vor allem der Absatz von elektrisch betriebenen Wagen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

    74 Prozent der in Deutschland Befragten ziehen ihr eigenes Fahrzeug den öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
    74 Prozent der in Deutschland Befragten ziehen ihr eigenes Fahrzeug den öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Corona-Pandemie sind deutlich mehr Menschen als vorher am liebsten mit dem eigenen Auto unterwegs.

    Vor allem E-Autos werden immer stärker nachgefragt. Das haben zwei Studien ergeben, die an diesem Wochenende veröffentlicht wurden.

    «87 Prozent der Verbraucher weltweit bevorzugen die Nutzung eines privaten Fahrzeugs, um sicher unterwegs zu sein», teilte die Unternehmensberatung Capgemini nach der Befragung von 11.000 Verbrauchern mit. Zu Beginn der Pandemie seien es nur 57 Prozent gewesen.

    Weltweit 78 Prozent der Befragten ziehen demnach «ihr eigenes Fahrzeug den öffentlichen Verkehrsmitteln vor; in Deutschland liegt der Anteil nun bei 74 Prozent». Fahrgemeinschaften wegen Gesundheitsbedenken vermeiden wollen 81 Prozent der Befragten. 72 Prozent sagten, «dass sie es mehr als vor der Pandemie schätzen, jederzeit auf ein eigenes Fahrzeug zurückgreifen zu können».

    Der Anteil der Befragten, die in den nächsten zwölf Monaten ein eigenes Auto kaufen möchten, stieg seit April in Deutschland von 25 auf 39 Prozent, weltweit von 35 auf 46 Prozent. Günstige Autokredite, staatliche Zuschüsse für Elektroautos und eine Konjunkturerholung nach der Pandemie dürften die Nachfrage antreiben, so die Unternehmensberater.

    Eine Studie der Unternehmensberatung PwC Strategy& ergab, dass in Europa zunehmend E-Autos nachgefragt werden. China ist zwar weiterhin der mit Abstand grösste Markt für vollelektrische Fahrzeuge - aber ihr Verkauf in Europa hat sich demnach im vergangenen Jahr verdoppelt, der Verkauf von Plug-in-Hybriden sogar verdreifacht. Neue Modelle dürften «auch 2021 für ein grosses Absatzwachstum sorgen», sagte Studienleiter Christoph Stürmer - zumal nun öffentliche und private Ladesäulen gefördert würden.

    In den fünf grössten europäischen Automärkten - Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Spanien - wurden laut PwC im vergangenen Jahr 466.000 Batterieautos und 393.000 Plug-in-Hybride verkauft - mehr als die Hälfte davon im letzten Quartal. Der Marktanteil der Batterieautos stieg damit auf 5,5 Prozent, der Anteil der Plug-in-Hybride auf 4,7 Prozent.

    In China wurden mehr als eine Million vollelektrische Autos, aber nur knapp 250.000 Plug-in-Hybride verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Marktanteil von zusammen gut 6 Prozent.

    Mit Rabatten haben sich Hersteller und Händler im deutschen Automarkt zu Jahresbeginn allerdings zurückgehalten. Laut der regelmässigen Auswertung des Duisburger CAR-Instituts wurden insbesondere die bei Internet-Bestellungen gewährten Preisnachlässe im Vergleich zum Dezember nicht gesteigert. Bei den 30 beliebtesten Modellen lagen sie im Schnitt bei 18,6 Prozent des Listenpreises. Bei Batterie-Elektrofahrzeugen waren wegen der hohen staatlichen Subventionen im Schnitt 36,3 Prozent Nachlass drin.

    Die seit Jahresbeginn wieder auf 19 Prozent gestiegene Mehrwertsteuer sei nicht durch neue Angebote aufgefangen worden. Auch die Zahl der Eigenzulassungen stieg der Studie zufolge kaum. Hier dürften in den kommenden Wochen vor allem bei einigen Importeuren günstige «Hauspreise» aufgerufen werden, weil zum Jahresende noch überdurchschnittlich viele Autos zugelassen wurden.

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