In vielen Kinderkliniken in Deutschland ist die Lage angespannt, neben Corona kursieren noch weitere Infektionen. Die Maskenpflicht wird jedoch nicht empfohlen.
Maskenpflicht
Die Maskenpflicht wird nicht empfohlen. (Symbolbild) - Sebastian Gollnow/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland kursieren neben Corona noch weitere Infektionen.
  • Ärzte empfehlen jedoch keine Maskenpflicht.

Kinderkliniken sind vielerorts am Limit – die Pandemie ist nicht vorbei, dazu kursieren weitere Infekte. «Wir sind in einer gefährlichen Situation», warnt ein Ärztevertreter.

Kinderärztepräsident Thomas Fischbach befürchtet eine Verschärfung der angespannten Lage in den Kinderkliniken, hält aber eine Maskenpflicht eher für kontraproduktiv.

«Wir sind in einer gefährlichen Situation für die Kinder, besonders für die Kleinsten.» Das sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte angesichts der überfüllten Arztpraxen und Kinderkliniken der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Kinderklinik maskenpflicht
Ärzte halten die Maskenpflciht für kontraproduktiv. - dpa

Und es könne noch schlimmer kommen: «Denn normalerweise stehen wir Anfang Dezember erst am Beginn der Erkältungssaison. Die Spitze der Infektionswelle steht also noch vor uns.»

Rückkehr-Rufe der Maskenpflicht

Rufen nach einer Rückkehr der Maskenpflicht für Kinder und Eltern erteilte Fischbach jedoch eine Absage. «Der Schrei nach Masken ist der übliche Reflex der Politik. Dabei ist die Maskenpflicht der zurückliegenden zwei Jahre ja ein wichtiger Grund für die aktuelle Krise», meinte er. Denn wegen der Masken seien weder die Immunsysteme der Kinder noch der Eltern trainiert worden.

Gefährliches RS-Virus sorgt für Infektionswelle

Viele Kinderpraxen und Kinderstationen sind aktuell extrem überfüllt. Experten berichten von einer enormen Welle an Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das für Babys gefährlich sein kann.

Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Pflegekräfte aus dem Erwachsenenbereich zur Unterstützung in der Pädiatrie einzusetzen, nannte Fischbach «irrwitzig». Ähnlich kritisch äusserte sich dazu der Deutsche Pflegerat (DPR). «Das kann man nur als Verzweiflungstat bezeichnen», sagte DPR-Präsidentin Christine Vogler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

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Die Spinds der Mitarbeiter in einem Krankenhaus sind mit Vorhängeschlössern verschlossen. - Friso Gentsch/dpa

«In den Kliniken kann bereits jetzt nur die Minimalversorgung gesichert werden. Wir haben keine Station mehr, wo man Pflegepersonal abziehen kann.» Pflegekräften aus anderen klinischen Abteilungen hätten auch nicht automatisch die Qualifikation zu Versorgung im pädiatrischen Intensivbereich.

Angesichts des Fachkräftemangels in Sozial- und Pflegeberufen plädierte Vogler auch für ein verpflichtendes soziales Gesellschaftsjahr für alle Schulabgänger in Deutschland. «Wir müssen als Gesellschaft wieder zusammenrücken und lernen, dass wir uns im Sozialsystem wieder verstärkt den Kranken, den Kindern und Schwachen widmen müssen.» Das zeige nicht zuletzt die aktuelle Situation in den Kliniken, sagte Vogler.

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