In den Niederlanden stehen ein berüchtigter Drogenboss und 16 Mitangeklagte seit Montag vor Gericht. Ihnen wird Mord und Mordversuch vorgeworfen.
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Ein Polizist vor dem Gerichtsgebäude. - ANP/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Ridouan Taghi galt lange als meistgesuchter Verbrecher in den Niederlanden.
  • Nun hat der Prozess gegen ihn und 16 Mitangeklagte begonnen.
  • Sie sollen eine «gut geölte Tötungsmaschine» betrieben haben.

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat in den Niederlanden ein Mammutprozess gegen einen berüchtigten Drogenboss begonnen. Dieser galt lange als der meistgesuchte Verbrecher des Landes.

Der 43-jährige Ridouan Taghi und 16 Mitangeklagte müssen sich seit Montag vor einem Hochsicherheitsgericht am Stadtrand von Amsterdam verantworten, wie niederländische Medien berichteten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für mehrere Morde eine «gut geölte Tötungsmaschine» betrieben zu haben.

Bande soll 13 Morde beauftragt haben

Der in Marokko geborene Taghi soll der Anführer der als «Mocro-Mafia» bezeichneten und auf Kokainhandel spezialisierten Bande gewesen sein. Er wurde 2019 in Dubai festgenommen. Wie der Sender NOS berichtete, soll Taghi von der Polizei per Hubschrauber zu dem «Bunker» genannten Gericht gebracht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Bande Mord und Mordversuch vor. Die Angeklagten sollen demnach 13 Morde in Auftrag gegeben haben, von denen sechs ausgeführt wurden. Dabei seien sie besonders skrupellos vorgegangen, erklärten die Ankläger.

Anwalt vor Prozessbeginn erschossen

Ein Menschenleben sei ihnen nichts wert gewesen. Bei mindestens zwei Morden sei wegen einer Verwechslung der Falsche getötet worden.

Die Sicherheitsvorkehrungen bei dem Prozess sind enorm. Vor Prozessbeginn war der Anwalt eines Zeugen der Anklage vor seiner Wohnung in Amsterdam erschossen worden. Mit einem Urteil wird nicht vor 2022 gerechnet.

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