Maddie-Brückner war in Tatnacht nur 150 Meter vom Hotel entfernt
Neue Aussagen im Fall Madeleine McCann: Christian Brückner räumt ein, in der Tatnacht in unmittelbarer Nähe gewesen zu sein. Und: Er plant jetzt ein Buch.

Das Wichtigste in Kürze
- Christian Brückner hat zugegeben, in der Nacht des Verschwindens nur 150 Meter von Madeleine McCanns Ferienwohnung entfernt gewesen zu sein.
- Laut eigener Aussage sei er am Strand gewesen, um dort Drogen zu verkaufen.
- Der Hauptverdächtige plant nun, ein Buch über den Fall zu schreiben – auch aus finanziellen Gründen.
Christian Brückner hat zugegeben, in der Nacht von Madeleines Verschwinden nur knapp 150 Meter nahe ihrer Ferienwohnung gewesen zu sein.
Der 49-jährige Deutsche gilt als Hauptverdächtiger im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Madeleine McCann. Die Aussagen machte er in einem Interview mit der «Mail on Sunday».
Brückner gibt an, er sei in jener Nacht am Strand gewesen, um dort Drogen zu verkaufen. Mit dem Verschwinden des Mädchens habe er aber nichts zu tun, so seine Darstellung.
Die portugiesische Polizei hielt Brückner in dieser Nacht laut eigenen Angaben dreimal an. Sein Lieferwagen sei voll mit Drogen gewesen. Die Beamten durchsuchten das Fahrzeug jedoch nicht und liessen ihn weiterfahren.
Brückner flieht aus Praia da Luz
Nach dem Verschwinden von Madeleine am 3. Mai 2007 war die Stadt Praia da Luz von Polizeikontrollen geprägt. Brückner sagte im Interview, er sei deshalb rasch geflohen, um der Situation zu entgehen.
«Zum Glück haben sie die Drogen nicht gefunden. Mein Van war voll davon», wird er in der «Mail on Sunday» zitiert. Eine Beteiligung am Verschwinden des Mädchens bestreitet er.

Madeleines Eltern, Kate und Gerry McCann, befanden sich zur Tatzeit in einem Restaurant rund 100 Meter von der Ferienwohnung entfernt.
Eine Quelle stellt Fragen
Eine der Familie nahestehende Person sagte gegenüber der Zeitung: Wenn Brückners Aussagen stimmen, werfe das Fragen auf – was, wenn die Polizei ihn nicht hätte weiterfahren lassen?
Die Ermittlungen standen damals in der Kritik. Den Behörden wurde vorgeworfen, zu langsam und zu wenig konsequent vorgegangen zu sein.

Deutsche Staatsanwälte benannten Brückner 2020 offiziell als Hauptverdächtigen. Sie sprechen von «konkreten Beweisen», die jedoch bislang nicht für eine Anklage ausreichen.
Ein auf ihn registriertes Mobiltelefon wurde in der Tatnacht in der Nähe der Ferienwohnung geortet. Britische Ermittler versuchen seither, ihn vor ein Gericht zu bringen.
Brückner plant Buch
Laut dem britischen «Mirror» plant Brückner derweil ein Buch über den Fall. Er soll bereits Kontakt mit einem Autoren aufgenommen haben.

Eine Quelle sagt, Brückner hoffe, damit seine Unschuld darlegen zu können. Gleichzeitig dürfte das Buch auch finanzielle Gründe haben: Seit seiner Entlassung findet er offenbar keine Arbeit und lebt von Sozialleistungen.
Brückner wurde mehrfach verurteilt – unter anderem wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs von Kindern, Drogenhandels, Diebstahls und Körperverletzung.












