Leute verstecken sich in fremden Häusern – für Kick

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Grossbritannien,

Das Phänomen, dass Leute in fremde Häuser einsteigen und sich verstecken, gewinnt mehr Aufmerksamkeit. «Phrogger» tauschen sich in Foren aus und geben Tipps.

Phrogging
Dieser Mann wurde in einem Zwischenraum über dem Schlafzimmer in einem Haus in Australien gefunden. - x

Das Wichtigste in Kürze

  • Leute steigen in fremde Häuser ein und verstecken sich – das ist «Phrogging».
  • Einige tun es, weil sie einen warmen Ort suchen, andere bloss für den Nervenkitzel.
  • Auch Promis sind schon Opfer des Phänomens geworden.

Mehrmals schlich sich ein 20-Jähriger im US-Bundesstaat Utah nachts ins Haus einer fremden Familie ein. Er klaute jedoch nichts, sondern nutzte den Computer des Hausbesitzers, um darauf pornografische Videos zu schauen. Meist sass er dabei nur wenige Meter neben den schlafenden Fremden. Im März wurde er wegen Einbruchs, Hausfriedensbruchs und kriminellen Unfugs verurteilt.

Das Einsteigen in fremde Häuser, ohne etwas zu klauen, wird als «Phrogging» bezeichnet. Das Wort stammt vom englischen «Frog» (Frosch) und bezieht sich darauf, dass die Menschen von einem Haus zum nächsten hüpfen.

Phrogger
«Phrogger» verstecken sich in Dachböden oder anderen engen Räumen. - pixabay

Krista Reuther, Expertin des Phänomens «Phrogging», sagt gegenüber der «Sun», das Thema erhalte mehr Aufmerksamkeit. Zum einen bekommt es wegen solch grusliger Einzelfälle wie in Utah mehr mediale Beachtung. Und weil sich Einzelfälle häuften, würden immer mehr Leute sehen, dass es ein Muster gebe.

Zum anderen rücken verschiedene Dokus der letzten Jahre das Thema in den Fokus. Ein weiterer Punkt ist die Aufmerksamkeit, die die «Phrogger» erhalten. So gibt es Foren, wo sie sich austauschen und gegenseitig Tipps geben. Durch die Gemeinschaften werde es einfacher, das Verbrechen zu begehen.

Phrogger
Pamela Anderson hatte vor 22 Jahren einen ungebetenen Gast in ihrem Poolhaus. - keystone

«Phrogging» ist kein neues Phänomen: Bereits 2001 wurde Schauspielerin Pamela Anderson Opfer davon. Eine obdachlose Frau hatte es sich in ihrem Poolhaus gemütlich gemacht. Sie klaute Kleidung und Essen aus dem Wohnhaus – so kam ihr der Baywatch-Star auf die Schliche. Die Obdachlose wurde entdeckt und verhaftet.

Laut Reuther gibt es hauptsächlich zwei Motive für «Phrogger»: Getrieben von Verzweiflung suchen sie einen warmen, trockenen und sicheren Platz zum Schlafen. Dies könnte das Motiv der «Phroggerin» von Pamela Anderson gewesen sein.

Haben Sie das Phänomen «Phrogging» bereits gekannt?

Sie könne sich vorstellen, dass viele auch nur den Nervenkitzel und den Kick suchen. Dieses Motiv werde immer wichtiger, da die «Phrogger» durch die Foren ein Publikum hätten.

Kommentare

User #4408 (nicht angemeldet)

Vorab in den Vereinigten Staaten (Nordstaaten und "Bibelgürtel" = prüde Amis, die meistens einer Freikirche angehören), im südwestlichen Teil Kanadas und in Australien (vorab Zentralaustralia und in ländlichen Gebieten) ist Phrogging unter Jugendlichen eine Art "Nervenkitzel". Dennoch sind dabei Grenzen, welche bei uns den Tatbestand der Gewaltkriminalität erfüllen, vorgekommen und breitet sich weiter aus. Mittlerweile gibt es Juristen, Psychologen uva. die in dieser Ausbreitung die Meinung vertreten, dass soziale Ungleichheit und ein Versagen der Politik mitschuldig seien.

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