Lehrergewerkschaft wirft Ländern russisches Roulette vor

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    Was bedeutet Recht auf Bildung in der dritten Welle? Eine Lehrergewerkschaft findet: Nicht Präsenzunterricht, wenn es riskant ist. Manche Länder spielten russisches Roulette.

    Die Kultusministerkonferenz hatte bei den Beratungen beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa
    Die Kultusministerkonferenz hatte bei den Beratungen beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Verband Bildung und Erziehung hat den Öffnungskurs einiger Bundesländer bei den Schulen in der Pandemie heftig kritisiert.

    «Dass es anscheinend immer noch Bundesländer gibt, die Schulen in Hochinzidenzgebieten offenhalten wollen, ist unverantwortlich», sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Udo Beckmann, nach Beratungen der Kultusminister von Bund und Ländern, die am Donnerstagabend zu Ende gegangen waren. «Wir wissen: Seitdem die Schulen geöffnet sind, steigen im Alterssegment der Schülerinnen und Schüler, gerade bei Jüngeren, die Neuinfektionen rapide.»

    Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Brandenburger Ressortchefin Britta Ernst (SPD), verteidigte den Öffnungskurs, auf den sich die Länder grundsätzlich verständigten. Diese wüssten, dass sie durch eine Reduktion von Präsenzunterricht einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten müssten, sagte sie am Donnerstag dem Sender rbb. Doch es komme zugleich auf das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen an, denen ein Recht auf Bildung gewährleistet werden müsse.

    Beckmann sagte: «Man muss fast den Eindruck haben, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen in einigen Ländern eine Form russisches Roulette gespielt wird.» Nötig seien genaue Definitionen, wann Schulen, - ganz oder teilweise - zu schliessen sind, um den Schutz aller zu gewährleisten.

    Die Kultusministerkonferenz hatte beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird. Die Testmöglichkeiten sollten so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann. Die Abiturientinnen und Abiturienten sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen.

    Ungeachtet der Beschlüsse sieht das kurzfristige Vorgehen der Länder in der kommenden Schulwoche ganz unterschiedlich aus. Manche Länder sehen für die meisten Schülerinnen und Schüler keinen Präsenzunterricht vor, andere verfolgen bereits kurzfristig eher einen Öffnungskurs.

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