Das Landgericht Frankfurt am Main hat die Betreiber der illegalen Darknetplattform «BoysTown» zu langen Haftstrafen verurteilt.
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Justitia - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sicherungsverwahrung gegen zwei Angeklagte verhängt.

Die vier Männer erhielten Strafen zwischen sieben Jahren und zwölf Jahren, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte. Gegen zwei von ihnen wurde eine anschliessende Sicherungsverwahrung verhängt.

Die Angeklagten wurden wegen bandenmässiger Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte, des Herstellens von Kinderpornografie sowie zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt. Zwei von ihnen galten als Köpfe der Plattform.

«BoysTown» war nach Ansicht des Gerichts international ausgerichtet, hatte Chatbereiche in verschiedenen Sprachen und diente dem weltweiten Austausch von Abbildungen, die überwiegend den sexuellen Missbrauch von Jungen dokumentierten. Es habe mehr als 400.000 Mitglieder gegeben, die bis zur Abschaltung der Plattform im April 2021 mehr als eine Million Forenbeiträge erstellt hätten.

Ein 49-Jähriger und ein 60-Jähriger galten als Hauptangeklagte. Der 49-Jährige war für den Betrieb des Servers verantwortlich, aber auch Moderator und Administrator. Ausserdem missbrauchte er von Ende 2005 bis Ende 2008 und von Januar 2019 bis Anfang 2021 in mindestens 17 Fällen zwei Kinder sexuell – zum Teil schwer. In einigen Fällen machte er vom Missbrauch Fotos und Videos und teilte diese. Gegen ihn wurde eine Sicherungsverwahrung verhängt.

Der 60-Jährige lebte zuletzt einige Jahre in Paraguay und wurde im vergangenen Oktober nach Deutschland ausgeliefert. Ein 42-Jähriger aus dem Landkreis Paderborn war Administrator und Moderator der Plattform. Er wurde ausserdem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 25 Fällen verurteilt – auch hier verhängte das Gericht eine Sicherungsverwahrung. Vierter Angeklagter war ein 66 Jahre alter Hamburger, der sich im Juli 2019 auf der Plattform registrierte und mit über 3600 Beiträgen einer der aktivsten Nutzer war.

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