Russen, die vor der Teilmobilmachung aus dem Land fliehen, erhalten Schutz in Kasachstan. Das hat Präsident Kassym-Schomart Tokajew zugesichert.
Tokajew
Präsident Tokajew bei den Vereinten Nationen in New York - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Militärdienst fliehende Russen erhalten in Kasachstan Schutz.
  • Das hat Präsident Kassym-Schomart Tokajew am Dienstag erklärt.
  • Es handle sich um eine «politische und humanitäre Frage».
  • Schon fast 100'000 Menschen sind nach Putins Ankündigung ins Nachbarland eingereist.

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat am Dienstag den vor der russischen Teilmobilmachung nach Kasachstan fliehenden Russen Schutz zugesichert.

«In den vergangenen Tagen sind viele Leute aus Russland zu uns gekommen. Die meisten sind aufgrund einer ausweglosen Situation gezwungen, fortzugehen», erklärte Tokajew. «Wir müssen uns um sie kümmern, für ihre Sicherheit sorgen.» Es handele sich um eine «politische und humanitäre Frage», sagte er.

Bringt die Mobilisierung die Wende im Ukraine-Krieg?

Nach Kasachstan seien seit dem 21. September rund 98'000 russische Staatsbürger eingereist. Das teilte die Migrationsbehörde des kasachischen Innenministeriums am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Mehr als 8000 Russen erhielten demnach eine persönliche Identifikationsnummer, die Voraussetzung für eine Registrierung und die Eröffnung von Bankkonten in dem zentralasiatischen Land ist.

Staatschef Kasachstans geht auf Distanz zu Putin

Eigentlich ein Verbündeter Moskaus, ist der kasachische Staatschef seit der russischen Offensive in der Ukraine auf Distanz gegangen. Erneut verurteilte Tokajew den Konflikt. «Die territoriale Integrität eines Staates muss unveräusserlich sein, das ist ein Schlüsselprinzip», sagte er. In vier ukrainischen Regionen hält Russland derzeit sogenannte Referenden zur Annexion durch Russland ab.

«In unserer unmittelbarer Nachbarschaft findet gerade ein Krieg grossen Ausmasses statt. Wir müssen uns daran erinnern und vor allem an unsere Sicherheit denken», sagte Tokajew weiter.

Grosser Ansturm auf Grenzen

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Teilmobilmachung mehrerer hunderttausend Reservisten vergangene Woche bekanntgegeben. Das hatte Proteste entfacht sowie einen Ansturm russischer Männer auf die Grenzen.

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Autos und Busse stehen an der russisch-finnischen Grenze Schlange. - dpa

Unter Berufung auf Zahlen des kasachischen Innenministeriums berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti: Rund 98'000 Russen seien seit der Bekanntgabe der Teilmobilmachung eingereist. Etwas mehr als 64'000 hätten das Land verlassen.

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