Kardinal Woelki geht in Auszeit - Weihbischof übernimmt

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    Deutschland,

    Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki tritt seine «geistliche Auszeit» an. Sein Vertreter hat bereits zwei vorrangige Aufgaben aus Rom bekommen.

    Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Führungswechsel im grössten deutschen Bistum: Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki geht von Dienstag an in seine angekündigte «geistliche Auszeit».

    Als sogenannter Apostolischer Administrator übernimmt dann Weihbischof Rolf Steinhäuser bis zum 1. März 2022 die Leitung des Bistums. So sehe es ein Dekret aus Rom vor, das am Dienstag offiziell veröffentlicht werden soll, teilte das Kölner Erzbistum am Montag mit. Steinhäuser werde mit der Ernennung alle entsprechenden Rechte und Pflichten erhalten.

    Die Personalregelung war im September angekündigt worden. Woelkis Position hatte zuvor als unsicher gegolten, nachdem der Papst zwei Bevollmächtigte entsandt hatte, um die Situation im Kölner Bistum zu untersuchen, das sich in einer Krise befindet. Auslöser der Krise war ursprünglich Woelkis Weigerung, ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen zu veröffentlichen. Er führte dafür rechtliche Gründe an.

    Der Vatikan nahm den Kardinal am Ende gegen den Vorwurf in Schutz, Defizite bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch vertuscht zu haben. Woelki blieb im Amt. Vor allem «auf der Ebene der Kommunikation», habe der Kardinal aber auch «grosse Fehler» gemacht, hiess es vom Vatikan. Woelki erklärte, er habe dem Papst selbst eine «geistliche Auszeit» vorgeschlagen. Nach ihr will er in sein Amt zurückkehren.

    Nach Angaben des Bistums hat Steinhäuser nun zwei vorrangige Aufgaben aus Rom bekommen. Zum einen soll er die «ordnungsgemässe Verwaltung des Erzbistums» sicherstellen. Zum anderen soll er dafür sorgen, «dass sich die ganze Erzdiözese auf einen inneren Weg der Umkehr, der Versöhnung und Erneuerung begibt».

    Steinhäuser schrieb dazu in einem Grusswort: «Liebe Schwestern und Brüder, wer die Situation im Erzbistum Köln in den vergangenen Monaten miterlebt und miterlitten hat, spürt: hier liegt die eigentliche Herausforderung, vielleicht sogar die Überforderung aller Beteiligten.»

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