Deutschland ist nach Ansicht des Wetterexperten Jörg Kachelmann auf Tornados wie beim Unwetter in Nordrhein-Westfalen nicht vorbereitet.
Schneise der Zerstörung in Paderborn
Schneise der Zerstörung in Paderborn - AFP

«Der Paderborner Tornado war nicht einmal besonders stark, trotzdem sind die Opferzahlen unheimlich hoch», sagte Kachelmann dem Magazin «Spiegel» laut einer Meldung vom Sonntag. «Das zeigt: Deutschland ist nicht vorbereitet.»

Spätestens ab Freitagnachmittag sei erkennbar gewesen, welche Orte betroffen sein könnten. «Eine knappe halbe Stunde, bevor der Tornado durch Paderborn zog, hat man eine stark rotierende Gewitterwolke in der Region gesehen mit Zugrichtung Paderborn», sagte er. «Ab dann tickt die Uhr.» In den USA würden ab einem solchen Zeitpunkt Sirenen heulen und Livestreams laufen. Das müsse auch in Deutschland etabliert werden, «sonst wird es sehr gefährlich».

Der Meteorologe Jörg Kachelmann in einem Fernsehstudio.
Der Meteorologe Jörg Kachelmann in einem Fernsehstudio. - dpa

Paderborn wurde am Freitag von einem Tornado schwer getroffen. Nach Angaben der Stadt wurden dort 43 Menschen verletzt, 13 davon schwer. Auch in Lippstadt in Ostwestfalen und Lütmarsen nahe Höxter im Weserbergland gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Tornados.

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