Der Jüdische Weltkongress hat die Stadt Düsseldorf davor gewarnt, die Rückgabe des Gemäldes «Die Füchse» von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers abzulehnen.
ARCHIV - Eine Frau betrachtet das Gemälde «Füchse» von Franz Marc (1880-1916), das sich derzeit im Besitz der Stadt Düsseldorf befindet. Foto: Marcel Kusch/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
ARCHIV - Eine Frau betrachtet das Gemälde «Füchse» von Franz Marc (1880-1916), das sich derzeit im Besitz der Stadt Düsseldorf befindet. Foto: Marcel Kusch/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - sda - Keystone/dpa/Marcel Kusch

Deutschland habe sich zur Einhaltung der Washingtoner Erklärung bekannt, erklärte die Organisation am Mittwoch. Dazu gehöre auch, die Beschlüsse der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle zu akzeptieren.

Der Düsseldorfer Stadtrat will am Donnerstag über die Restitution des wertvollen Gemäldes entscheiden. Die Beratende Kommission für Raubkunstfälle hatte mit sechs zu drei Stimmen die Rückgabe des Werks an die Erben des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi (1887-1944) empfohlen. Wissenschaftler hatten in Medien die Entscheidung kritisiert.

Falls die Stadt Düsseldorf einseitig entscheide, nicht der Empfehlung der Kommission zu folgen, «würde dies ein gleichermassen schwerwiegendes und negatives Signal zu einer Zeit senden, in der sich Juden in Deutschland über eine Zunahme des Antisemitismus sorgen», hiess es weiter. Weltkongress-Präsident Ronald S. Lauder erklärte: «Wir müssen in der Lage sein, Deutschland vollständig zu vertrauen, dass es als Teil seines Kampfes gegen Antisemitismus auch zu seinen Verpflichtungen steht, Nazi-Raubkunst zurückzugeben.»

In der «Washingtoner Erklärung» von 1998 sind Grundsätze über die Rückgabe von Objekten geregelt, die von Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden. Ziel der Vereinbarung ist, «faire und gerechte Lösungen» mit den Opfern des NS-Kunstraubs oder ihren Erben zu finden.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) vertritt jüdische Gemeinden in 100 Ländern gegenüber Regierungen, Parlamenten und internationalen Organisationen.

Ad
Ad