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    Youtube und Facebook wegen Suchtgefahr verurteilt

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher, Keystone-SDA

    USA,

    Youtube und Meta wurden verurteilt, da sie bewusst Plattformen entwickelten, die süchtig machen. Eine Klägerin erhält nun drei Millionen Dollar.

    Soziale Medien müssen künftig schärfer gegen illegale Inhalte vorgehen.
    Soziale Medien müssen künftig schärfer gegen illegale Inhalte vorgehen. - Bernd Weissbrod/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Meta und Alphabet wurden zu einer Schadenersatzzahlung von 3 Mio. Dollar verurteilt.
    • Sie entwickelten bewusst süchtig machende Plattformen und warnen zu wenig.
    • Die Klägerin warf den Plattformen vor, ihre Depression verschlimmert zu haben.

    Der Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube haben eine Niederlage in einem US-Prozess einstecken müssen. Geschworene in Los Angeles kamen zum Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Suchtrisiken informierten.

    Die Geschworenen sprachen der 20-jährigen Klägerin laut US-Medien als Wiedergutmachung einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle. In einem zweiten Schritt ordneten sie zusätzlich eine Strafzahlung von weiteren drei Millionen an, die die Unternehmen im gleichen Verhältnis tragen sollen.

    Google und Meta kündigen Berufung an

    Google und Meta kündigten an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Google betont dabei, YouTube gehöre gar nicht erst zur Kategorie sozialer Medien.

    In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin, die unter den Initialen KGM auftrat, Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann.

    Nutzt du soziale Medien?

    Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

    Die Klage richtete sich zuletzt gegen YouTube und den Foto- und Videodienst Instagram, der dem Meta-Konzern gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

    Hunderte weitere Klagen

    Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für Hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben. Meta und Google wiesen in dem Prozess die Vorwürfe zurück. In dem Prozess wurde vor den Geschworenen auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt.

    Erst am Vortag hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Meta will in Berufung gehen.

    Kommentare

    User #4374 (nicht angemeldet)

    In der USA, die Kunst zu klagen, egal was, man versucht alles Mögliche.... Die Sucht kann man für alles Mögliche benutzen, auch häufiges Internet surfen, oder andere Art von wiederholter Benutzung, wenn jenige den freien Lauf ihrer Sucht lassen, sind sie selber Schuld, nicht die Medien.... aber eben... es ist das gleiche wie mit Rauchen, Trinken etc.... die Selbstverantwortung muss man selbst übernehmen...

    User #4996 (nicht angemeldet)

    Ich habe ein Facebook Profil. Erhalte ich nun auch drei Millionen Entschädigung?

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