Johnson sieht noch Chance für Diplomatie im Ukraine-Krieg

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    Der britische Premierminister Boris Johnson sieht noch eine Chance für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg.

    Ukraine Russland
    Aus Angst vor einer russischen Invasion haben sich in den letzten Wochen Dutzende von Zivilisten den Armeereserven der Ukraine angeschlossen - wie hier in Kiew. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der britische Premier Boris Johnson glaubt noch an eine Deeskalation in der Ukraine-Krise.
    • Er will in den kommenden Tagen mit den Regierungschefs der baltischen Ländern sprechen.

    «Es gibt noch ein Zeitfenster für Deeskalation und Diplomatie», erklärte ein Sprecher des Regierungschefs am Sonntagabend in London. Johnson werde «weiterhin unermüdlich an der Seite unserer Verbündeten arbeiten, um Russland dazu zu bringen, sich vom Abgrund zu entfernen». Er wolle daher in den kommenden Tagen mit den Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Länder sprechen.

    Zuvor hatte Johnsons Verteidigungsminister Ben Wallace die diplomatischen Bemühungen des Westens im aktuellen Konflikt mit Russland mit der Appeasement-Politik gegenüber Nazi-Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen.

    Britain Ukraine
    Glaubt weiterhin an eine diplomatische Lösung in der Ukraine-Krise: Der britische Premierminister Boris Johnson. - keystone

    Es sei zwar nicht sicher, dass Russland in die Ukraine einmarschiere, sagte Wallace der Zeitung «Sunday Times». Im Westen liege aber «ein Hauch von München» in der Luft.

    Mit der Formulierung nahm Wallace Bezug auf das Münchener Abkommen von 1938, mit dem die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete in der Tschechoslowakei an Nazi-Deutschland festgelegt wurde. Insbesondere Grossbritannien hoffte damals, mit Zugeständnissen an Adolf Hitler einen Krieg in Europa abwenden zu können. Heute wird das Münchener Abkommen als Symbol einer gescheiterten Appeasement-Politik gesehen.

    Auch Johnsons Sprecher schloss eine Eskalation nicht aus: «Alle uns vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass Russland jederzeit eine Invasion der Ukraine planen könnte.» Dies hätte verheerende Folgen für die Ukraine und Russland.

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