Greminger hält Risiko eines Krieges in Europa für hoch

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    Der Schweizer Spitzendiplomat Thomas Greminger hält das Risiko eines Krieges in Europa für hoch.

    Der Schweizer Spitzendiplomat Thomas Greminger sieht kein Interesse Russlands an militärischen Operationen gegen die Ukraine. (Archivbild)
    Der Schweizer Spitzendiplomat Thomas Greminger sieht kein Interesse Russlands an militärischen Operationen gegen die Ukraine. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Möglichkeit eines Krieges in Europa ist laut Thomas Greminger hoch.
    • Der Spitzendiplomat glaubt aber nicht, dass Russland ein Interesse an einer Invasion hat.

    Das Risiko eines Krieges in Europa ist derzeit so hoch wie nie in den vergangenen drei Jahrzehnten. Er teile diese Einschätzung des polnischen Aussenministers Zbigniew Rau, sagte der Schweizer Spitzendiplomat Thomas Greminger in einem Interview mit der NZZ.

    Die Lage sei sehr ungemütlich. Er glaube aber nach wie vor, dass nördlich, östlich und südlich der Ukraine ein militärisches Muskelspiel grossen Stils im Gange sei. Er sehe jedenfalls kein Interesse Russlands an militärischen Operationen gegen die Ukraine.

    wladimir putin ukraine konflikt
    Ukraine Konflikt: Ein Panzer der ukrainischen Armee (Archiv). - AFP

    Die Kosten wären derart hoch, dass selbst ein geringfügiger Angriff gegen die Ukraine keinen Sinn ergebe. Er halte jedenfalls den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen rational denkenden und handelnden Staatspräsidenten.

    Das grösste Risiko sei eine Provokation etwa mit einer verdeckten Operation (False Flag) an der Kontaktlinie zum Donbass. Hier müsse die Welt am genauesten hinschauen, sagte Greminger in dem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» weiter.

    Würden Russlands Forderungen nicht erfüllt, berge dies die Gefahr eines Gesichtsverlustes vor dem Heimpublikum. Wenn Putin aber geschickt vermarkte, was in den letzten Wochen alles auf seinen Verhandlungstisch gekommen sei, könne er dies als Erfolg feiern.

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    Wegen dem Ukraine-Krieg laufen Wladimir Putin immer mehr Berater davon. - dpa

    Plötzlich werde wieder über Rüstungskontrolle, Prävention von Zwischenfällen oder mehr Transparenz bei Grossmanövern gesprochen. Über Jahre sei erfolglos versucht worden, darüber im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu debattieren. Jetzt sei es auf dem Tisch.

    Der 60-jährige Diplomat Thomas Greminger hat verschiedene leitende Funktionen im EDA bekleidet. Er war ab 2010 Schweizer Botschafter bei der OSZE, die er in der Ukraine-Krise nach der Annexion der Krim während des Schweizer Vorsitzes als Vermittlerin positionierte. Seit Mai 2021 ist Greminger Direktor des Geneva Centre for Security.

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