Jäger in Deutschland tötet Hirsch im Gartenteich – Fall wird geprüft
Um einen schwer verletzten Hirsch von seinem Leiden zu erlösen, tötete ein Jäger in Deutschland das Tier im Gartenteich. Jetzt wird der Fall geprüft.

Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland tötete ein Jäger einen verletzten Hirsch in einem Schwimmteich.
- Davon wurde ein Video veröffentlicht, danach schalteten sich die Behörden ein.
- Jetzt wird geprüft, ob der Jäger gegen das Jagd- und Tierschutzrecht verstossen hat.
Ein Jäger im Spreewald (D) tötet einen verletzten Hirsch in einem Schwimmteich mit dem Messer. Videoaufnahmen lösen Kritik aus, verstörten Beobachter. Behörden wollen den Fall abklären lassen.
Nach Bekanntwerden eines Videos zur Tötung eines verletzten Hirsches in einem Gartenteich im Spreewald haben sich Behörden eingeschaltet. Es entbrannte ein Streit darüber, ob der Jäger mit seinem Vorgehen in Lübben gegen das Jagd- und Tierschutzrecht verstossen hatte.
Über seinen Anwalt wies der Mann Kritik zurück: Das Erlegen des Hirsches mit einem Abfangmesser sei alternativlos gewesen. Die Tierrechtsorganisation Peta etwa warf ihm vor, dem Tier sei Leid zugefügt worden, die Tötung qualvoll gewesen. Das Video verbreitete sich vor Tagen in sozialen Medien und war Auslöser für Empörung und Kritik.
Fall wird geprüft
Das Veterinäramt des Kreises Oder-Spree habe Anzeige erstattet, sagte ein Sprecher der Verwaltung am Mittwoch. Es soll geprüft werden, ob das Vorgehen den Vorschriften entspreche. Bei den Staatsanwaltschaften Frankfurt (Oder) und Cottbus sowie bei der Polizeidirektion Süd waren bis Mittwochmittag keine Anzeigen eingegangen.
Auch der Kreis Dahme-Spreewald prüfe den Fall, hiess es. Mehrere Medien berichteten über den Fall.

Der Jäger sei von einem Jagdrevier-Inhaber angerufen worden. Dies, weil ein junger Rothirsch angeschossen worden sei, schrieb die Kanzlei, die den Jäger vertritt.
Das Tier sei in den Schwimmteich geraten und selber nicht mehr herausgekommen. Ein Gewehr-Schuss sei wegen Schaulustiger und der Nachbarbebauung nicht möglich gewesen. «Unser Mandant erlöste den schwerverletzten Hirsch sodann weidgerecht und legal durch Einstechen hinter das sog. «Blatt» (Schulterblatt).»
Peta erstattet Strafanzeige
Der Jäger führt sogenannte Nachsuchengespanne, speziell ausgebildete Jagdhunde. Laut Landesjagdverband werden diese Jäger beispielsweise bei Wildunfällen gerufen oder zu Nachsuchen auf Wildtiere, die nicht sofort tödlich getroffen wurden. Verbands-Geschäftsführer Kai Hamann teile mit: «Ich kann mutmasslich keinen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz feststellen.» Die Organisation Peta teilte mit, sie habe Strafanzeige gegen den Jäger erstattet.
Der Hamburger Anwalt des Jägers teilte mit: «Die Erlösung des zwar sehr schwer verletzten, aber dennoch agilen Tieres von dessen Leiden musste unter ungünstigen Umständen erfolgen.» Dies könne die Szenerie auf jagdlich und wildbiologisch unerfahrene Personen erschreckend wirken.
Auf dem viralen Video, das Nau.ch bewusst nicht zeigt, ist zu sehen, wie der Jäger das Tier immer wieder packt und mehrmals zusticht. Er hatte die Aufnahmen dem Anwalt zufolge selber machen lassen.












