Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat seinen zweitägigen Staatsbesuch in der Schweiz mit einem Besuch an der ETH Zürich beendet.
Der italienische Präsident Sergio Mattarella (links) besucht mit Bundespräsident Ignazio Cassis das NeuroEngineering Lab der ETH Zürich.
Der italienische Präsident Sergio Mattarella (links) besucht mit Bundespräsident Ignazio Cassis das NeuroEngineering Lab der ETH Zürich. - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sergio Mattarella hat die ETH Zürich besucht.
  • Einen Tag zuvor war der italienische Präsident auf dem Berner Bundesplatz.

Mit einem Besuch an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hat der italienische Präsident Sergio Mattarella am Mittwoch seinen zweitägigen Staatsbesuch in der Schweiz beendet. Zuvor hatte Mattarella am Dienstag das Zentrum Paul Klee in Bern besucht.

In seiner Rede an der ETH Zürich blickte Bundespräsident Ignazio Cassis zurück in die Gründerjahre der Eidgenössischen Technischen Hochschule und betonte deren Verbindungen nach Italien und ins Tessin.

Entstanden sei die ETH unter der Ägide des Tessiner Bundesrats Stefano Franscini. Dieser war Mitglied der Landesregierung zwischen 1848 und 1857. Er gelte als «Vater der ETH», repräsentiere aber auch die italophone Gemeinschaft der Schweiz.

Auf dem Berner Bundesplatz

Am Dienstag war der italienische Präsident auf dem Berner Bundesplatz vom Bundesrat in corpore mit militärischen Ehren empfangen worden. Zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Amtskollegen Cassis das vom italienischen Architekten Renzo Piano erbaute Zentrum Paul Klee am Stadtrand von Bern besucht.

An einer kurzen Medienkonferenz am Dienstagabend pochte Mattarella auf eine rasche und solide «Erneuerung» der bilateralen Beziehungen zur EU. Italien werde die Schweiz unterstützen, ihre Zusammenarbeit mit Brüssel auf eine «neue, stärkere Basis» zu stellen. Eine gute Beziehung der Schweiz zur EU sei wichtig für die Zusammenarbeit des gesamten europäischen Kontinents.

regierungskrise
Sergio Mattarella, Präsident von Italien - dpa

Den Verbleib der Schweiz auf der schwarzen Liste Italiens bezeichnete Cassis vor den Medien als «unnötiges Ärgernis». Es sei insbesondere auf symbolischer Ebene wichtig, dass die Schweiz von der Liste der Steuerparadiese verschwinde, erklärte der Bundespräsident. Da die Schweiz ihre Aufgaben bereits erfüllt habe, gebe es keinen Grund, das Land weiterhin auf der Liste zu führen.

Die Schweiz und Italien pflegen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur sehr enge Kontakte. Die rund 320‘000 italienischen Staatsangehörigen in der Schweiz bilden die grösste Ausländergemeinde. Zudem pendeln mehr als 80‘000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger täglich in die Schweiz.

Italien ist der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz, das Gesamthandelsvolumen betrug 2021 über 34 Milliarden Franken. Rund 40 Prozent des Austausches konzentriert sich auf die grenznahen Regionen.

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