Italien will letzte Opfer von SS-Massaker identifizieren
Mehr als 80 Jahre nach einem der schlimmsten SS-Massaker während des Zweiten Weltkriegs in Italien sollen nun auch die letzten bislang unbekannten Todesopfer einen Namen bekommen.

Mit Hilfe von DNA-Proben will eine Forschungsgruppe der Universität Florenz die Identität von sieben Männern herausfinden, die im März 1944 in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom ermordet wurden.
Insgesamt wurden damals im vorletzten Kriegsjahr von den deutschen Besatzungstruppen 335 Italiener getötet. Die Aktion war ein Racheakt für einen Anschlag von Partisanen auf ein Polizeiregiment namens «Bozen» im Zentrum der italienischen Hauptstadt. Dem Attentat fielen 33 Deutsche und Südtiroler zum Opfer.
Der Chef der Sicherheitspolizei der SS, Herbert Kappler, verfügte anschliessend, dass in einer sogenannten Sühneaktion für jeden toten Polizisten zehn Italiener sterben müssten. Schliesslich waren es sogar noch mehr. In der Gedenkstätte der Ardeatinischen Höhlen tragen von den insgesamt 335 Sarkophagen sieben noch immer die Aufschrift «Unbekannt».
Vor einigen Jahren waren es noch zwölf. Seit 2010 konnten mit Hilfe von DNA-Proben bereits fünf Opfer identifiziert werden, auch in Zusammenarbeit mit Opferfamilien. An dem Projekt ist auch die deutsche Botschaft in Rom beteiligt. Der SS-Obersturmbannführer Kappler wurde nach Kriegsende in Italien zu lebenslanger Haft verurteilt. 1977 gelang ihm die Flucht aus einem Militärspital in Rom. Er starb 1978 in Deutschland.
Rom war 1944 nach dem Sturz des faschistischen Diktators Benito Mussolini von deutschen Truppen besetzt. Das öffentliche Leben stand unter Kontrolle der militärischen Ordnungspolizei, zu der auch das Regiment «Bozen» gehörte. Unter den Opfern des SS-Massakers waren auch mehrere Juden, die vor der Deportation standen.










