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Interpol-Schlag gegen Menschenhandel - 1024 Festnahmen

Keystone-SDA
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Bern,

2070 Opfer aus 45 Ländern, darunter auch Minderjährige: Interpol gelingt ein Schlag gegen skrupellose Menschenhändler. Diese beuteten ihre Opfer in der Prostitution, Zwangsarbeit und Kriminalität aus. Auch in der Schweiz wurden Verdächtige festgenommen und Opfer identifiziert.

Todtnau
Interpol-Logo - AFP/Archiv

Bei einem von der internationalen Polizeibehörde Interpol koordinierten Schlag gegen Menschenhandel sind in verschiedenen Ländern 1024 Tatverdächtige festgenommen und 2070 Opfer identifiziert worden. Die von den Behörden in Österreich und Rumänien geleitete Polizeioperation unter Einbeziehung von insgesamt 59 Ländern, darunter auch die Schweiz, richtete sich gegen Netzwerke von Menschenhändlern, die in sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit, Kriminalität und erzwungene Bettelei verwickelt sind, wie Interpol im französischen Lyon mitteilte.

Während der fünftägigen Aktion vom 8. bis 12. Juni führten Polizei, Grenzbehörden und spezialisierte Einheiten zur Bekämpfung des Menschenhandels Kontrollen an Grenzübergängen, Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten durch. Die Opfer stammten aus 45 Ländern, wobei die Mehrheit aus Argentinien, Kolumbien, Venezuela sowie Moldawien und Nepal kam. Viele seien über Grenzen hinweg verschleppt worden, nachdem sie getäuscht, genötigt oder aufgrund ihrer prekären Lage ins Visier genommen worden waren, teilte Interpol mit.

In der Schweiz waren 13 Kantonspolizeien im Einsatz, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage sagte. Diese hätten 161 Orte, 415 Personen, 245 Dokumente und 13 Fahrzeuge kontrolliert.

Durch die Kontrollen hätten in der Schweiz 61 allfällige Opfer identifiziert werden können. Zudem seien 27 Personen in Polizeigewahrsam genommen worden, sagte die Sprecherin weiter. Das Fedpol machte keine genaueren Angaben zu den angehaltenen Personen, da die Verfahren in der Kompetenz der Kantone seien.

Zu den festgestellten Trends zählten der Menschenhandel mit lateinamerikanischen Opfern zum Zweck der Zwangsarbeit in Europa, deren Ausbeutung im Rahmen krimineller Aktivitäten in Südostasien sowie Fälle von Menschenhandel zur Zwangsrekrutierung in bewaffneten Konflikten. Etwa zehn Prozent der Opfer waren Minderjährige aus Nord- und Südamerika, die sexueller Ausbeutung ausgesetzt waren.

So nahmen Behörden in Belgien 17 Verdächtige fest, nachdem sie einen Menschenhändlerring zerschlagen hatten, der minderjährige Mädchen über soziale Medien anwarb. Die Verdächtigen sollen die Opfer gefangen gehalten und sie zur Prostitution in Belgien und Frankreich gezwungen haben.

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