Ins Flugzeug steigen immer mehr Betrunkene

Luna Gerber
Luna Gerber

Grossbritannien,

Die Ausbildung zum Flugbegleiter reicht heute offenbar nicht mehr: Britische Airlines haben zunehmend mit betrunkenen und gewalttätigen Passagieren zu kämpfen.

drink flugzeug
Bei nur einem Drink im Flugi bleibt es nicht immer – betrunkene Passagiere sorgen bei britischen Airlines immer häufiger für Chaos. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Betrunkene Fluggäste sorgen in UK-Fliegern immer öfter für gewalttätige Vorfälle.
  • Leicht zugängliche Billigflüge und Duty-free-Alkohol heizen Randale über den Wolken an.
  • Die Konsequenzen: Notlandungen, hohe Kosten und lebenslange Sperren.

«Prepare for Landing» – so tönt es meist aus dem Cockpit, wenn langsam aber sicher das Reiseziel angesteuert wird. Oder aber, wenn man zwischenlanden muss – aufgrund von betrunkenen Fluggästen.

Genau mit diesen sehen sich Airlines aus Grossbritannien vermehrt konfrontiert. Die Verhaftungen von Passagieren, die sich daneben benehmen, haben sich in den letzten Jahren verdreifacht.

Mehr als die Hälfte der britischen Reisenden habe auf einem Flug bereits eine Schlägerei miterlebt.

Die bekannte Fluggesellschaft Ryanair etwa verzeichnet inzwischen durchschnittlich einen tätlichen Angriff pro Woche.

Hast du schon einmal mitbekommen, wie jemand im Flugzeug randaliert hat?

Die ehemalige Flugbegleiterin Lolly Hart teilt in einem Dokumentarfilm des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS) ihre Erfahrungen. Sie spricht von «Leuten, die die Bordküche mit der Toilette verwechseln oder Koks-Linien auf den Klapptischen.»

Eine Ursache: Der Wandel des Flugmarkts. Flugreisen sind heute erschwinglich und für breite Bevölkerungsschichten zugänglich. Gewisse Flüge nach Europa kosten weniger als 20 Franken.

Flughäfen verdienen an Trinkenden

Auch Flughäfen haben ihr Geschäftsmodell angepasst. Sie verzichten gegenüber Billigairlines teilweise auf Nutzungsgebühren. Stattdessen verdienen sie an den Ausgaben der Passagiere in Shops und Restaurants.

Und diese Summen sind nicht ohne: Pro Kopf geben Fluggäste gemäss dem Sender etwa 190 Franken im Duty-free aus.

Da viele Billigflüge früh morgens abheben, lassen sich viele Passagiere schon in den Morgenstunden das erste Champagnerglas einschenken. Oder sie öffnen auch gern Flaschen, die sie im Duty-free gekauft haben, direkt im Flugi.

Das sei nicht folgenlos. Im Jahr 2024 flog Jodie Hampson mit ihrer Familie von Antalya nach Leeds-Bradford. Zwei betrunkene Passagiere gerieten in eine Schlägerei.

«Es war unglaublich gewalttätig. Die Kinder schrien, die Frauen kreischten», schildert sie gegenüber RTS. Die Schlägerei dauerte fünf Minuten. Das Flugzeug musste ausserplanmässig in Bulgarien landen.

Gerichte stossen an ihre Grenzen

Die beiden Täter auf Hampsons Flug wurden von der Fluggesellschaft Jet2 lebenslang ausgeschlossen. Doch die rechtliche Aufarbeitung solcher Vorfälle sei kompliziert.

Ob Abflugsland, Ankunftsland, Umleitungsland oder das Land, in dem die Fluggesellschaft registriert ist: Hoch über den Wolken sei Das geltende Rechtssystem schwer zu fassen.

Hast du schon einmal mit einem Flugzeug notlanden müssen?

Dazu sind die Randale ein teurer Spass. Im April 2024 forderte Ryanair von einem Passagier, der eine Zwischenlandung verursacht hatte, fast 14'500 Franken.

Dieser Betrag deckte den zusätzlichen Treibstoff und die Hotelkosten für die übrigen Passagiere ab.

Luftfahrt-Journalist Simon Calder legt in dem Film noch eine Schippe drauf – und berichtet: «Früher betranken sie sich und schliefen dann ein. Aber heute nehmen sie dazu noch Medikamente und Drogen», sagte O'Leary laut Calder.

Kommentare

User #2548 (nicht angemeldet)

Schlimm. Dies ist nur die Spitze des Eisberg was Alles in den letzten Jahren abgeht! No Names werden hoffiert während Mediziner und andere Ehrenwerte Berufe und die Dahinter Stecken den Menschen bespuckt und Diffamiert werden. Tsss.

User #2236 (nicht angemeldet)

Also ich kann mich auch noch nach ein paar Bier anständig und ruhig verhalten und die Regeln respektieren.

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