Infineon kappt Gewinnprognose und erschreckt die Börse

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    Weil die Autoindustrie schwächelt und weniger Chips kauft als geplant, rechnet der Zulieferer Infineon mit weniger Gewinn. Die Aktionäre senken den Daumen.

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    Der bayrische Konzern Infineon will seinen Konkurrenten Cypress aufkaufen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Chipkonzern Infineon spürt die Flaute in der Autoindustrie und senkt seine Umsatz- und Gewinnerwartungen.

    Das Betriebsergebnis dürfte unter dem Vorjahresniveau liegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Aktienkurs knickte daraufhin ein.

    Die Autosparte erwirtschaftet fast die Hälfte des Konzernumsatzes. Aber die Autoverkäufe im grössten Markt China gingen seit sieben Monaten zurück, der Rückgang habe sich im Februar beschleunigt, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss vor Investoren.

    Auch die Nachfrage nach Bauteilen für Smartphones sei gedämpft. Die Vorräte stiegen, und Leerstandskosten aufgrund geringerer Auslastung liessen sich kurzfristig nur teilweise ausgleichen, teilte das Unternehmen mit.

    Im laufenden Quartal seien Umsatz und Ergebnis noch im Rahmen der Erwartungen. Aber in der im April beginnenden zweiten Hälfte des Geschäftsjahres dürfte der Umsatz schwächer wachsen als saisonal üblich. Der Jahresumsatz dürfte deshalb nur von 7,6 Milliarden auf rund 8 Milliarden Euro steigen. Die Gewinnmarge soll mit 16 Prozent des Umsatzes unter den bisher erwarteten 17,5 Prozent liegen - und damit dürfte das Betriebsergebnis von 1,35 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,28 Milliarden Euro sinken.

    Die Infineon-Aktien brachen nach der Gewinnwarnung am Mittwochnachmittag ein, erholten sich dann wieder etwas und lagen am Abend bei minus 6 Prozent auf dem Stand des Jahresanfangs.

    Weil die Fertigungskapazität für die steigende Nachfrage nach Chips für Elektroautos nicht reicht, plant Infineon vorerst jedoch weiter Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. In modernen Autos werden immer mehr Halbleiter und Sensoren verbaut, etwa für Fahrerassistenzsysteme.

    Die Autosparte soll weiter schneller wachsen als die zweitgrösste Sparte (PMM), die Chips für die Stromversorgung, Mobilfunk-Infrastruktur und Smartphones liefert. Mittel- und langfristig seien die Aussichten weiterhin gut, und wenn sich der Markt wieder drehe, sei Infineon gut gerüstet, sagte Ploss. Er sehe keinen Grund, die Preise zu senken.

    Infineon beschäftigt weltweit rund 40 000 Mitarbeiter.

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