In der spanischen Hauptstadt Madrid fahren aufgrund der hohen Strompreise weniger U- und Stadt-Bahnen.
Fahrgäste in der Metro in Madrid
Fahrgäste in der Metro in Madrid - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In Madrid fahren wegen des teuren Stromes weniger U- und Stadt-Bahnen.
  • Kritik von Verbraucherschützern: Autoverkehr und Luftverschmutzung nehmen zu.

In der spanischen Hauptstadt Madrid verkehren derzeit weniger U- und Stadt-Bahnen. Der Grund dafür: Die teuren Strompreise.

«Die exorbitanten Energiepreise haben uns zu Massnahmen gezwungen, um die täglichen Energiekosten zu verringern.» Dies sagte ein Sprecher von Metro Madrid am Donnerstag der AFP. Im Schnitt sei die Anzahl der eingesetzten Züge um zehn Prozent verringert worden. Verbraucherschützer kritisierten die Entscheidung.

Laut Metro Madrid fahren zu Stosszeiten weiterhin 311 der vormals 324 Züge. Die Einschnitte seien hier also weniger deutlich, mit einer «Verringerung von vier Prozent» der Züge, sagte der Sprecher. Die zusätzlichen Wartezeiten zwischen den Abfahrten der Züge beschränkten sich auf «einige zusätzliche Sekunden», die Züge seien auch nicht überlastet. In Madrid nutzen noch immer weniger Menschen den öffentlichen Nahverkehr als vor der Corona-Pandemie.

Hohe Energiepreise

Die Energiepreise sind auch in Spanien gestiegen – bei Metro Madrid beläuft sich die Stromrechnung täglich auf aktuell 800'000 Euro. «Im Februar 2022 betrug die Rechnung 12,2 Millionen Euro», im Vorjahr seien es noch 3,4 Millionen Euro gewesen. Dies sagte der Sprecher weiter.

Verbraucherschützer kritisierten die Entscheidung des Verkehrsunternehmens. Die Organisation Facua bezeichnete die Massnahme als «Vorwand», um die Anzahl der eingesetzten Züge zu reduzieren. «Dies wird nur zur Folge haben, dass die Menschen in der Stadt mit dem Auto fahren», erklärte Facua. Die Luftverschmutzung werde so weiter zunehmen.

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