Ifo-Geschäftsklima auf tiefstem Stand seit sechs Jahren

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    Deutschland,

    Handelskonflikte und eine schwächelnde Weltwirtschaft treffen Deutschland als Exportnation besonders hart. Das drückt bei heimischen Unternehmen auf die Stimmung. Experten warnen vor einer Rezession.

    Der Handelsstreit drückt auf das Geschäftsklima: Am Autoterminal in Bremerhaven stehen Mercedes-Modelle für den Export bereit. Foto: Ingo Wagner
    Der Handelsstreit drückt auf das Geschäftsklima: Am Autoterminal in Bremerhaven stehen Mercedes-Modelle für den Export bereit. Foto: Ingo Wagner - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts des Handelskriegs zwischen China und den USA sowie einer abflauenden Weltwirtschaft stark eingetrübt.

    Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Juli um 1,8 Punkte auf 95,7 Zähler, wie das Forschungsinstitut am Donnerstag in München mitteilte. Das ist der vierte Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge und der tiefste Stand seit April 2013.

    Analysten wurden vom Ausmass des Stimmungsdämpfers überrascht, viele von ihnen hatten nur einen leichten Rückgang erwartet. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartung an die künftigen Geschäfte wurden von den befragten Unternehmen im Juli deutlich schlechter als im Juni eingeschätzt.

    «Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator im freien Fall», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Mit einer Besserung der Lage sei vorerst nicht zu rechnen, denn die Unternehmer blickten pessimistischer auf die kommenden sechs Monate.

    «Der Ifo-Index stimmt die deutsche Wirtschaft auf eine Rezession ein», kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Daten. Seiner Einschätzung nach «stolpert die deutsche Volkswirtschaft derzeit über den hohen Anteil der Güterexporte am Bruttoinlandsprodukt.» In Zeiten von Handelskonflikten und Tendenzen zur rückläufigen Globalisierung sei dies eine Bürde für deutsche Unternehmen.

    Auch nach Einschätzung von Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), wächst die Gefahr einer Rezession in Deutschland. «Mit der von vielen erwarteten Erholung im zweiten Halbjahr wird es wohl nichts werden», sagte Burkert.

    Am Devisenmarkt fiel der Kurs des Euro nach den Ifo-Daten auf 1,1122 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich die Gemeinschaftswährung aber wieder etwas erholen.

    Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf der Befragung von etwa 9000 Unternehmen. Der Indikator gilt gemeinhin als verlässliche Schätzgrösse für das künftige Wirtschaftswachstum in der grössten Volkswirtschaft Europas.

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