Während der Corona-Pandemie boomten bei Baumärkten besonders Pools, Grills und Outdoormöbel. Im Unterschied zu anderen Geschäften durften sie - mit Auflagen - in einigen Bundesländern geöffnet bleiben. Der Hornbach-Konzern spricht von «Glück im Unglück».
Hornbach Holding
Der Baumarkt Hornbach blickt auf das laufende Geschäftsjahr. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Baumarkt-Gruppe Hornbach blickt aufgrund der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Krise weiter vorsichtig aufs laufende Geschäftsjahr.

Obwohl das Ende Mai zu Ende gehende erste Quartal bei Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis (Ebit) voraussichtlich deutlich über den Vorjahreswerten liegen dürfte, sieht das Management für die restlichen neun Monate erhebliche konjunkturelle Risiken, wie die Hornbach Holding am Mittwoch im pfälzischen Neustadt an der Weinstrasse mitteilte.

Im Unterschied zu vielen anderen Geschäften durften Baumärkte während der Pandemie - mit Auflagen - in einigen Bundesländern geöffnet bleiben. Die Begründung: Sie decken den Grundbedarf, gelten daher als «systemrelevant». Gefragt gewesen sei alles, was Haus und Garten verschönere - bis hin zu Pools, hiess es bei der Bilanzpressekonferenz, die wegen der Corona-Krise online stattfand.

Bei vielen Kaufentscheidungen in den vergangenen Wochen hätten sicher auch «schöne Projekte», die man mit den Kindern verwirklichen könne, eine Rolle gespielt. Auch Produkte für Corona-Schutzmassnahmen seien sehr gefragt gewesen - im Unterschied zu Waren, die in Baumärkten eine Beratung und damit körperliche Nähe nötig machen würden.

«Eigentlich müsste das Geschäftsjahr 2019/20 ein Grund zur Freude sein, aber in Anbetracht der Corona-Pandemie geraten die Erfolge der Vergangenheit schnell in den Hintergrund», sagte der Vorstandsvorsitzende der Hornbach Baumarkt AG, Erich Harsch. Hornbach habe «Glück im Unglück» gehabt - zahlreiche Märkte mussten nicht schliessen. «Insgesamt konnten die hohen Umsätze der geöffneten Märkte und der Onlineshops die Corona-bedingten Umsatzeinbussen im weiteren Verlauf des Frühjahrsquartals mehr und mehr überkompensieren.» Der Zulauf unterstreiche die «Systemrelevanz» der Branche, meinte er.

Der Jahresumsatz soll demnach auf Vorjahresniveau liegen und das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2019/2020. Wie bereits bekannt, hatte der Konzern im vergangenen Jahr unter anderem von einer guten Kundennachfrage und milderen Wintermonaten profitiert. Während die Erlöse um 8,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro stiegen, kletterte das bereinigte Ebit um rund 68 Prozent auf 227 Millionen Euro. Unter dem Strich stand vor Anteilen Dritter ein deutlich gesteigerter Konzernjahresüberschuss von 123,3 Millionen Euro nach 75,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahrs habe sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung trotz der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie erfreulich krisenfest gezeigt, hiess es weiter.

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