Hilfswerke in der Ukraine: Spendenbereitschaft bleibt vorhanden

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Neben dem Bund unterstützen auch zahlreiche Schweizer Hilfswerke die wegen des Krieges notleidende ukrainische Bevölkerung. Die Spendenbereitschaft ist zwar nicht mehr so hoch wie zum Beginn der russischen Grossinvasion, aber nach wie vor vorhanden. Dies stimme hoffnungsvoll, teilten mehrere Hilfswerke auf Anfrage von Keystone-SDA mit.

Spenden
Hilfswerke in der Ukraine: Spendenbereitschaft bleibt vorhanden. - keystone

Von einer «einmaligen Solidarität» nach dem Spendenaufruf im ersten Kriegsjahr 2022 spricht etwa Christian Engeli, Direktor Kommunikation und Fundraising bei der Glückskette. Damals handelte es sich laut Engeli um die zweitgrösste Spendensammlung in der Geschichte der Glückskette. 130 Millionen Franken kamen zusammen.

Einen Sammlungsaufruf habe es in dem Ausmass seither nicht mehr gegeben. Trotzdem bekomme die Glückskette bis in die Gegenwart weiterhin Spenden für die notleidende ukrainische Bevölkerung, was bei anderen Katastrophen nicht der Fall sei. Daher nehme man noch immer eine grosse Solidarität war, sagte Engeli auf Anfrage von Keystone-SDA.

Caritas Schweiz wiederum registriert heute zwar eine nicht mehr so hohe Spendenbereitschaft wie zum Beginn der grossangelegten russischen Invasion, aber es gebe nach wie vor Private sowie Institutionen und Vereine, die kontinuierlich Projekte unterstützten, hiess es auf Anfrage.

Die Menschen wüssten, dass es wichtig sei – insbesondere in den Wintermonaten. Auch die Präsenz des Konfliktes in den Medien trage ihren Teil dazu bei. Eine Müdigkeit beobachtet Caritas laut einer unlängst veröffentlichten Mitteilung eher auf politischer Ebene.

Seit dem Februar 2022 haben die Schweizer Hilfswerke ihre Hilfe für die ukrainische Bevölkerung denn auch stark ausgebaut. Save the Children Schweiz beispielsweise unterstützte gemeinsam mit Partnerorganisationen bis anhin mehr als 4,7 Millionen Menschen, darunter rund 1,9 Millionen Kinder. Caritas Schweiz hat mit Partnern in der Ukraine seit 2022 bis heute Projekte im Umfang von über 35,3 Millionen Franken umgesetzt.

Anfänglich habe der Fokus dieser Projekte vor allem auf der Soforthilfe gelegen. Diese werde man in den kommenden Jahren weiterführen. Denn die humanitären Bedürfnisse seien «ungebrochen hoch» und würden auch nach einer Waffenruhe lange weiter bestehen, teilte Caritas mit.

So macht es auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), das seine Hilfe mit einem Schwerpunkt auf die akuten Bedürfnisse der Bevölkerung wie warme Mahlzeiten oder Zelte und Heizkörper für den Winter ausgebaut hat. Beim Hilfswerk der evangelischen Kirche (Heks) konzentrierte sich die Hilfe in der Anfangsphase ebenfalls auf das Überlebensnotwendige.

Gleichzeitig wollen die Hilfswerke auch langfristige Perspektiven fördern. Caritas will dies etwa mit dem Projekt «Remarket», das zum Ziel hat, den lokalen Markt so zu stärken, dass er auch in Kriegszeiten funktionsfähig bleibt. Konkret erhalten 1300 Binnenvertriebene und 221 kleine und mittlere Betriebe finanzielle Hilfe in der Höhe von insgesamt 7,5 Millionen Franken.

Das Heks wiederum setzt einen Schwerpunkt auf die Unterstützung von Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Seit 2022 verteilte das Hilfswerk mehr als 23’000 Notunterkunfts-Sets und reparierte zahlreiche Wohnhäuser für betroffene Familien. Insgesamt wurde im Bereich Unterkünfte laut Angaben des Heks so fast 250’000 Personen geholfen.

Mit der Unterstützung der Glückskette setzte das Heks insgesamt 739 Häuser instand, weitere 447 Reparaturen seien noch im Gange. Auch versorgte das Heks angesichts der massiven Angriffe auf die Energieinfrastruktur bis anhin 21'700 Menschen mit festen Brennstoffen. In den Oblasten (Regionen) Charkiw und Saporischschja wurden zudem Gesundheitseinrichtungen unterstützt und renoviert, was 137'000 Menschen einen angemessenen Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichte.

Seit 2022 erhielten weiter auch fast 80’000 Frauen und Mädchen psychosoziale Unterstützung, Hilfe bei geschlechtsspezifischer Gewalt sowie sogenannte Würde-Sets mit Hygieneartikeln. Auch 2026 setze das Heks seine Aktivitäten zur Reparatur von Häusern, zum Schutz von Frauen und Mädchen und zur Instandsetzung der Wasserversorgung in abgelegenen Gemeinden fort, hiess es auf Anfrage. Derzeit seien für die Ukraine mindestens drei Millionen Franken budgetiert.

Die Glückskette konzentriert ihre Unterstützung vor allem auf die besonders betroffenen Regionen im Osten des Landes nahe der Frontlinien, wie sie mitteilte. Die Unterstützung umfasst neben der Nothilfe auch langfristige Projekte wie die Instandsetzung von Unterkünften oder Hilfen im Bereich Gesundheitsversorgung, psychosoziale Hilfe oder Bildung.

Kommentare

User #2073 (nicht angemeldet)

Da koennen sie die Freunde des Frosches wieder die Taschen fuellen

User #5479 (nicht angemeldet)

Ich würde die letzte Holzkist für den Komiker spendieren....

Weiterlesen

coiffeur no-show
59 Interaktionen
«Soll Strafe sein»
Andrew
148 Interaktionen
Nach Festnahme

MEHR AUS STADT BERN

YB
75 Interaktionen
Vor Spiel in Sion
Bern Fasnacht
3 Interaktionen
Hier sind die Bilder
Palestine Cola
«Akt der Solidarität»
1 Interaktionen
Stadt Bern