Voraussichtlich etwas weniger Trauben, aber viel Qualität: Die deutschen Winzer beginnen mit der Hauptlese. Auch in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz.
Ein Traubenvollernter fährt durch Reben im badischen Offenburg. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Ein Traubenvollernter fährt durch Reben im badischen Offenburg. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weinbaubetriebe in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit etwas geringeren Ernte-Erträgen und hoher Qualität mit fruchtbetonten Aromen.

«Bei meist guten Fruchtansätzen erwarten wir aufgrund von Pilzbefall wegen der vielfach hohen Feuchtigkeit und wetterbedingten Schäden in einigen Gebieten eine bundesweit leicht unterdurchschnittliche Menge», sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut am Dienstag zum Start der Hauptlese im grössten deutschen Anbaugebiet Rheinhessen. Dabei gebe es in den 13 Anbaugebieten regional grosse Unterschiede. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre wurden in Deutschland pro Jahr 8,9 Millionen Hektoliter Wein produziert.

«Wir freuen uns, dass es los geht», sagte der Winzer Christian Braunewell aus Essenheim (Kreis Mainz-Bingen) zum Start der Lese von Spätburgunder-Trauben für Sekt-Grundwein. Die Reife sei etwas zurück im Vergleich zu den vergangenen heissen Jahren, was aber kein Problem sei. «Beim Riesling wird es in diesem Jahr wieder etwas knackigere Weine geben», sagte Braunewell. Prägnante Säure könne sich aber durchaus mit dichten und intensiven Aromen verbinden.

Im Weinbaugebiet Ahr wurden zwei Monate nach der Flutkatastrophe am Dienstag die ersten Frühburgunder-Trauben geerntet. In Anbaugebieten wie Mosel, Rheingau oder Sachsen beginnt die Hauptlese erst in den nächsten Tagen und Wochen, wobei die Winzer auf einen sonnigen Spätsommer hoffen.