«Gruppe S.» - Anwälte zweifeln an Aussagen des Kronzeugen

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    Deutschland,

    Zwölf Männer stehen in Stuttgart vor Gericht, weil sie eine rechte Terrorzelle gegründet haben sollen. Die Anwälte der Gruppe rücken nun die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen in den Fokus.

    Ein Prozessteilnehmer mit einer Kapuze kommt kurz vor Beginn des Prozesses gegen die rechtsterroristische Vereinigung "Gruppe S." im Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim. Foto: -/dpa-pool/dpa
    Ein Prozessteilnehmer mit einer Kapuze kommt kurz vor Beginn des Prozesses gegen die rechtsterroristische Vereinigung "Gruppe S." im Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim. Foto: -/dpa-pool/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Prozess um die mutmassliche rechte Terrorzelle «Gruppe S.» haben Anwälte Zweifel an den Aussagen des Kronzeugen U. geäussert.

    Es handle sich bei dem ebenfalls angeklagten 49-Jährigen um eine «mindestens problematische Persönlichkeit», sagte Anwalt Günther Herzogenrath-Amelung, der einen der elf weiteren Angeklagten verteidigt, beim zweiten Prozesstag vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim. U. habe mehr als zwanzig Jahre in Haft oder Massregelvollzug gesessen. Seinen Angaben müsse man mit grösster Skepsis begegnen. Ähnlich äusserte sich Rechtsanwalt André Picker. Man müsse die Motivationslage ergründen, warum U. diese Aussagen gegenüber den Ermittlern gemacht habe. Es brauche noch weitere Beweismittel. Auch werde man die Ernsthaftigkeit der Aussagen in der «Gruppe S.» beurteilen müssen.

    Die zwölf Männer stehen vor Gericht, weil sie eine rechte Terrorzelle gegründet haben sollen, um sich Waffen zu besorgen, Muslime zu töten und einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Ihnen drohen als mutmassliche Mitglieder und Unterstützer einer rechtsterroristischen Vereinigung bis zu zehn Jahre Haft. Die Angeklagten waren am 14. Februar 2020 festgenommen worden. Von den zwölf Männern sitzen elf in Untersuchungshaft, nur U., der als Kronzeuge gilt, befindet sich auf freiem Fuss. Das Staatsschutzverfahren ist ein Mammutprozess mit Dutzenden Beteiligten, bis Mitte 2022 sind Verhandlungstermine geblockt.

    Die meisten Angeklagten liessen am Mittwochmorgen mitteilen, dass sie zu den Vorwürfen schweigen wollen. Aber es gibt Angeklagte, die ankündigten, sich äussern zu wollen.

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