Grüne sorgen sich um russische Menschenrechtsorganisation

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Die russische Organisation Memorial setzt sich für politische Gefangene und die Einhaltung von Menschenrechten ein - zum Ärger der Regierung. Memorial droht nun die «Liquidierung».

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht das Menschenrechtszentrum der Organisation «Memorial» in Moskau (Russland) und wird von der Leiterin, Irina Lasarewna Scherbakowa, durch das Archiv geführt. Foto: picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht das Menschenrechtszentrum der Organisation «Memorial» in Moskau (Russland) und wird von der Leiterin, Irina Lasarewna Scherbakowa, durch das Archiv geführt. Foto: picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Grünen sind nach Angaben von Parteichefin Annalena Baerbock in grosser Sorge wegen der drohenden Schliessung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial.

    Diese zähle international zu den renommiertesten Menschenrechtsorganisationen, sagte Baerbock der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Die Organisation darf nicht zum nächsten Opfer willkürlicher Kriminalisierung werden. Mit diesem Schritt würde sich Russland weiter aus dem europäischen Wertekanon entfernen», warnte Baerbock.

    «Wir wenden uns entschieden gegen das politisch motivierte Vorgehen gegen Memorial und die Kriminalisierung des zivilgesellschaftlichen Engagements», sagte die Grünen-Vorsitzende. Ihre Partei versichere der Organisation und der demokratischen Zivilgesellschaft Russlands ihrer Solidarität. Auch der Europarat in Strassburg wandte sich gegen das drohende Aus. «Die Schliessung (...) würde der Zivilgesellschaft einen weiteren verheerenden Schlag versetzen», erklärte Europarats-Generalsekretärin Marija Pejčinović Burić.

    Die russische Justiz hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass das oberste Gericht am 25. November über einen «Liquidierungsantrag» der Generalstaatsanwaltschaft entscheiden werde. Die 1987 gegründete Gesellschaft Memorial sprach von einer «politischen Entscheidung» ohne Rechtsgrundlage. Die Organisation setzt sich zum Ärger der russischen Führung etwa für politische Gefangene ein. Menschenrechtler beklagen zunehmende autoritäre Tendenzen und die Verfolgung Andersdenkender in Russland.

    Die russische Justiz wirft Memorial wiederholte Verstösse gegen das Gesetz über ausländische Agenten vor. Die Organisation ist mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie sich selbst nicht als ausländischer Agent bezeichnet. Das Gesetz sieht vor, dass Empfänger von Zahlungen aus dem Ausland als «Agenten» bezeichnet werden können. Betroffen sind auch viele Journalisten.

    Kommentare

    Weiterlesen

    AfD
    1'144 Interaktionen
    Mike Müller & Co.
    Tiefseemüll
    2 Interaktionen
    Kaffeebecher

    MEHR IN NEWS

    Nau.ch
    «Viel gelernt»
    Schwimmbad Hörnli
    Kreuzlingen TG
    Jeannette Herzog und Albert Leiser realisieren mit der Stadt Zürich ein neues Fest. Das Konzept stammt von der Agentur Aroma. Ginger Hebel
    Neues Züri-Fäscht

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Ein Hammer im Gerichtssaal.
    Deutschland
    Die Linke
    1 Interaktionen
    Berlin
    Formel 1 Max Verstappen
    2 Interaktionen
    Nein zu Le Mans!