Eine Sondereinheit der griechischen Armee hat am Sonntagmorgen damit begonnen, die Trümmer des Frachtflugzeugs zu untersuchen.
Aircondition aus, Häuser nicht verlassen - nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs im Nordosten Griechenlands haben sich an der Unglücksstelle beissende Dämpfe verbreitet. Foto: Giannis Papanikos/AP/dpa
Aircondition aus, Häuser nicht verlassen - nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs im Nordosten Griechenlands haben sich an der Unglücksstelle beissende Dämpfe verbreitet. Foto: Giannis Papanikos/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Giannis Papanikos

Eine Sondereinheit der griechischen Armee hat am Sonntagmorgen damit begonnen, die Trümmer des Frachtflugzeugs zu untersuchen, das am späten Samstagabend in der Nähe der nordostgriechischen Stadt Kavala abgestürzt ist. An Bord sollen sich 11,5 Tonnen Munition für Mörsergranaten befunden haben, wie der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Morgen bei einer Pressekonferenz in Belgrad bekannt gab.

Die Antonow An-12 war von der serbischen Stadt Nis aus gestartet, Ziel der Fracht war laut Stefanovic Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, Abnehmer das dortige Verteidigungsministerium.

Das Flugzeug habe alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport gehabt, die Munition werde von einem serbischen Unternehmen produziert. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück. Das Flugzeug gehöre lediglich einer ukrainischen Fluggesellschaft.

Bei dem Unfall waren alle acht Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Das Flugzeug war auf dem Weg zu einem ersten Tank-Stopp in Jordanien, als der Pilot über der nördlichen Ägäis Probleme mit dem Triebwerk meldete und eine Notlandung in Kavala beantragte. Dorthin aber schaffte es die Maschine nicht mehr - sie stürzte auf ein Feld nahe der Dörfer Paleochori und Antifilippi.

Nach dem Unfall waren beissende Dämpfe festgestellt worden, auch gab es rund um das Wrack noch Stunden später Explosionen. Die Feuerwehr zog sich deshalb umgehend zurück und sperrte das Gebiet ab. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten.

Drohnenaufnahmen zeigten am Morgen ein Bild der Verwüstung - eine gewaltige Schneise zog sich über die Felder, von der Maschine selbst waren nur noch Trümmer übrig.

Bei den Anwohnern wuchs derweil die Sorge vor möglicherweise toxischer Fracht der Antonow. Der Bürgermeister der Gemeinde Pangeo, Filippos Anastasiadis, schloss gegenüber dem Staatssender ERT nukleare und chemische Kampfstoffe aus.

Das Militär ist dennoch mit einer Sondereinheit vor Ort, die mit der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr vergleichbar ist: Die Experten können atomare, biologische und chemische Kampfstoffe und industrielle Gefahrstoffe aufspüren und sind auch auf die Dekontamination von Menschen, Material und Infrastruktur spezialisiert. Bürgermeister Anastasiadis sagte, man stehe bereit, die Dörfer zu evakuieren, wenn es nötig sein sollte.

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