Gastro-König von Mallorca schiesst gegen einheimische Demonstranten

    Antun Boskovic
    Antun Boskovic

    Spanien,

    Am Wochenende fanden auf Mallorca erneut Proteste gegen den Massentourismus statt. Ein einheimischer Restaurant-König nimmt die Touristen aber in Schutz.

    Mallorca Demonstranten
    Menschen nehmen an einem Protest gegen den Massentourismus auf den Balearen teil, zu dem der Verein Mallorca Platja Tour an einem Strand in Palma de Mallorca, Spanien, aufgerufen hat. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Wut der Einheimischen auf den Massentourismus auf Mallorca steigt.
    • Ein Restaurant-König schiesst deswegen nun gegen die Einheimischen.
    • Die Teilnehmenden der Demos würden wie «Ballermänner» Alkohol konsumieren.

    Seit Monaten protestieren auf der beliebten Ferieninsel Mallorca Einheimische gegen den Massentourismus. Am Wochenende haben einige symbolisch den Strand am «Ballermann» in Palma besetzt.

    Wenig Verständnis für die Wut der Mallorquiner hat ein einheimischer Restaurant-König. Juan Ferrer, der neun Restaurants am Ballermann betreibt, sieht die Hauptschuld nämlich bei den Vermietern und der Lokalpolitik.

    Mallorca
    Gastro-König Juan Ferrer. - Enjoy Group

    Erstere würden ihre Wohnungen über Airbnb «lieber an Touristen vermieten», wie er der FAZ erzählt. «Oder lieber an Ausländer verkaufen als an Einheimische, weil sie damit mehr Geld verdienen.»

    «Protestieren gegen das, was sie selbst verursacht haben»

    Zudem hätten die «linken Regionalregierungen verhindert, dass genug neue Wohnungen gebaut werden».

    Nun, wo sich diese in der Opposition befänden, würden sie bei den Protesten ganz vorne mitlaufen. «Und protestieren gegen das, was sie selbst verursacht haben», erklärt Ferrer.

    Diesen Politikern sei es nicht gelungen, angemessen auf das Bevölkerungswachstum und die steigenden Touristenzahlen zu reagieren. Nun würden sie die «legitimen Proteste» für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren.

    Auch am Verhalten der Demonstranten stört sich der Restaurant-König: Die Proteste würden immer mehr zu einem Event. Die Teilnehmenden «benehmen sich wie mallorquinische Ballermänner, mit Partymusik und Alkohol».

    Restaurant-König fordert Airbnb-Einschränkungen

    Zudem hätten die Verkehrsprobleme auf der Ferieninsel nichts mit den Touristen zu tun. Im Grossraum Palma käme es beinahe täglich zu Staus, es fehle an Parkplätzen.

    Warst du schon einmal auf Mallorca?

    Von der Idee, die Touristenzahlen über weniger Flüge zu begrenzen, hält Ferrer nichts. Denn Mallorca brauche die Feriengäste. Er würde stattdessen die Vermietung von Wohnungen über Airbnb an Touristen «drastisch» einschränken, wo Wohnungsnot herrsche.

    Solche Vermietungen würden nicht nur den Wohnraum blockieren. Sondern manchmal auch die «falschen Leute» anziehen: «Partygäste, die nachts für Lärm im Haus sorgen.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3321 (nicht angemeldet)

    Es hat 2 Seiten. Der Tourismus hat Geld gebracht, ergo geht's der Bevölkerung besser. Der Billig Tourismus hat Lärm, Sauferei und Dreck gebracht, kein Wunder gibt es Aufstand.

    User #6436 (nicht angemeldet)

    Der Billigtourismus ist der Untergang eines Landes .....keine Wertschöpfung, nur Probleme....

    Weiterlesen

    Demonstration gegen Massentourismus in Barcelona
    63 Interaktionen
    Gegen Tourismus
    Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
    3 Interaktionen
    Gegen Massentourismus
    Betrunkener liegt im Sand
    9 Interaktionen
    Basta!

    MEHR IN NEWS

    Andrea Zryd Frauen-Eishockey-WM
    2 Interaktionen
    Wie bei WEURO
    Marc Flückiger
    2 Interaktionen
    Hof zu Wil
    Kaufleuten
    Zürcher Clubnacht
    1 Interaktionen
    Mountain View

    MEHR AUS SPANIEN

    Maricarmen
    39 Interaktionen
    Demos vergeblich
    Malaga
    14 Interaktionen
    Spanien
    lebenszeichen sarah joelle jahnel
    1 Interaktionen
    Nach Vermisstensuche
    Kokain
    4 Interaktionen
    Vigo