Die Hilfsorganisation Oxfam fordert eine Sondersteuer auf die Extraprofite der grössten Industrieländer, um gegen Welthunger und Klimakrise vorzugehen.
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Oxfam stellt Forderungen vor dem G7-Gipfel. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ab Sonntag findet der G7-Gipfel im bayerischen Elmau statt.
  • Oxfam stellt die Forderung einer Sondersteuer auf Extraprofite.
  • Die grössten Unternehmen sollen 90 Prozent ihrer Extraprofite abgeben.

Vor dem G7-Gipfel ab Sonntag in Elmau fordert die Hilfsorganisation Oxfam die Einführung einer Übergewinnsteuer. Abgabe könnte in G7-Ländern 430 Milliarden Dollar einbringen.

Nötig sei ein «Aktionsplan gegen Hunger und Armut.» Das erklärte am Freitag der Leiter im Bereich Soziale Gerechtigkeit bei Oxfam Deutschland, Tobias Hauschild. Eine Sondersteuer auf «Extraprofite» der grössten Unternehmen in G7-Staaten könnte nach Berechnungen insgesamt 430 Milliarden Dollar (409 Milliarden Euro) einbringen.

Die Situation ist laut Oxfam ernst: Die weltweiten Nahrungsmittelpreise erreichten vor dem Hintergrund es Ukraine-Kriegs zuletzt Rekordstände, hinzu kämen die Klimakrise und die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Diese hätten die weltweite Ungleichheit und Armut weiter verschärft. In Ostafrika sterbe derzeit statistisch alle 48 Sekunden ein Mensch an den Folgen von Unterernährung.

«Geht um Leben und Tod»

«Hunger und Armut sind die Folge von Ungleichheit und politischer Untätigkeit», kritisierte Hauschild. Zuerst seien jene Menschen betroffen, die nur über ein geringes Einkommen verfügten. «Für viele geht es inzwischen um Leben und Tod

Die Vertreterinnen und Vertreter der G7-Staaten treffen sich ab Sonntag im bayerischen Elmau. Die Organisation richtete deshalb eine Reihe von Forderungen an sie. Eine einmalige Sondersteuer in Höhe von 90 Prozent auf die Extraprofite der grössten Unternehmen in den G7-Staaten. 430 Milliarden Dollar könnten für den Kampf gegen Hunger- und Klimakrise eingenommen werden.

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Oxfam ist ein internationaler Verbund von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. - epa

Für die Entwicklungshilfe sollten die G7-Staaten laut Oxfam mehr Geld zur Verfügung stellen: Die bisherigen Beiträge müssten verdoppelt werden, weitere 14 Milliarden Dollar seien nötig. Der von den Vereinten Nationen angegebene Bedarf von 46 Milliarden Dollar für humanitäre Arbeit sei erst zu 20 Prozent gedeckt. Das warnte die Organisation.

Zudem sollten Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen durch Schuldenerlasse entlastet werden, forderte Oxfam weiter. In den nächsten zwei Jahren sollten die G7-Staaten gegenüber diesen Ländern auf die Rückzahlungen ihrer Schulden verzichten.

Auch bei den Klimazielen gibt es laut Oxfam Nachholbedarf: Noch immer verfehlten die Industriestaaten ihr jährliches Ziel, 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz in ärmeren Ländern sicherzustellen. Oxfam forderte deshalb mehr Unterstützung für einkommensschwache Länder sowie ambitioniertere Minderungsziele und einen früheren Kohleausstieg.

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