Freiburger Forschende entdecken Schlafmechanismus bei Krebszellen
Ein Wissenschaftsteam der Universität Freiburg hat einen Mechanismus entdeckt, mit dem Krebszellen im Schlafzustand gehalten werden können. Die Erkenntnis könnte zu einer besseren Versorgung von erkrankten Frauen beitragen, teilt die Universität am Mittwoch mit.

Das Immunsystem spiele eine zentrale Rolle bei der Krebsbekämpfung. Es sei fähig, die Bildung von Tumoren zu verhindern, Krebszellen in einem «schlafenden» Zustand zu halten und ihr Wachstum zu hemmen, heisst es in der Mitteilung der Universität. Ein besseres Verständnis dafür, wie Krebszellen in diesen Ruhezustand gelangen, darin verbleiben und später aufwachen können, sei daher von grosser Bedeutung.
Ein Forscherteam entdeckte in Versuchen an Mäusen, dass ein von schlafenden Krebszellen erzeugtes Molekül bei dreifach negativem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Form, Krebszellen im Ruhezustand halten kann. Dieses CXCL10 genannte Molekül könne Immunzellen anziehen und zum Tumorort locken, heisst es in der Mitteilung weiter. Dort bekämpften diese den Tumor. So würden die Krebszellen daran gehindert, sich auszubreiten.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen identifizierten die Forschenden eine «Schlafsignatur» in Verbindung mit CXCL10, die in den Tumoren der Patientinnen nachweisbar ist. «Dieses Signal zeigt, dass die Krebszellen eher ruhen als aktiv sind», wird Alev Ylmaz, Postdoktorandin im Team, zitiert. «Besonders beachtenswert ist dabei, dass Patientinnen mit dieser Signatur im Durchschnitt eine bessere Prognose haben.»
Die Versuche des Freiburger Teams um Curzio Rüegg fanden in Zusammenarbeit mit Qiang Lan von der University of Bristol statt. Die Ergebnisse erschienen im Januar in der Fachzeitschrift NPJ Breast Cancer.










