Frankreichs Regierungschef verteidigt Emmanuel Macron

    DPA
    DPA

    Frankreich,

    Wegen der Affäre um Macrons Prügel-Bodyguard hatte die Opposition ein Misstrauensvotum initiiert. Doch Macron ging – wie erwartet – unbeschadet davon.

    Nach einem Besuch der Patisserie Bordelaise, einer Konditorei in Bagneres de Bigorre, grüsst Emmanuel Macron, französischer Präsident, die wartenden Menschen.
    Nach einem Besuch der Patisserie Bordelaise, einer Konditorei in Bagneres de Bigorre, grüsst Emmanuel Macron, französischer Präsident, die wartenden Menschen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Misstrauensanträge gegen den französischen Präsidenten sind gescheitert.
    • Sie waren Reaktionen auf den Skandal um Macrons Prügel-Bodyguard.

    In der Affäre um einen mutmasslich gewalttätigen Élysée-Mitarbeiter hat sich Frankreichs Regierungschef Édouard Philippe vor Staatschef Emmanuel Macron (40) gestellt. «Ihre Misstrauensanträge sind nichts anderes als Blockadeanträge», rief Philippe Oppositionsvertretern der Pariser Nationalversammlung zu. Macrons Sicherheitsmitarbeiter habe einen individuellen Fehler begangen, der nicht hinnehmbar sei. «Die Demokratie hat funktioniert.»

    Knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Ex- Mitarbeiter Alexandre Benalla debattierte das Unterhaus des französischen Parlaments am Dienstag über zwei Misstrauensanträge gegen die Regierung. Ein Antrag kam von der bürgerlichen Rechten, der andere von drei linken Parteien, unter ihnen waren die Sozialisten. Die Verfassung schützt den Staatschef - dieser ist vor dem Volk verantwortlich, die Regierung hingegen vor dem Parlament.

    Anträge hatten keine Chance

    Die getrennten Anträge hatten laut Beobachtern keine Chancen auf Erfolg, da das Regierungslager mit der Präsidentenpartei La République En Marche und der Zentrumspartei MoDem auf gemeinsam 358 der zusammen 577 Sitze kommt. Der Parteichef der Sozialisten (PS), Olivier Faure, räumte auch ein, es gehe nicht darum, die seit gut einem Jahr amtierende Mitte-Regierung von Philippe zu stürzen: «Er (der Antrag) ist eine Warnung.»

    Es ist das erste Mal, dass sich die Philippe-Regierung einem solchen Votum stellen muss. Die Affäre um den inzwischen entlassenen Benalla, der am 1. Mai Demonstranten geschlagen haben soll und gegen den Justizermittlungen laufen, schlägt in Frankreich hohe Wellen. Kritiker sprechen von einer Staatsaffäre. Ohne die Enthüllung durch die Presse wären die Vorfälle ein gut geschütztes Geheimnis, sagte der Fraktionschef der konservativen Republikaner, Christian Jacob, in der zeitweilig turbulenten Debatte.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Emmanuel Macron Alexandre Benalla
    Nach Prügelattacke
    Prügelattacke
    1 Interaktionen
    Bodyguard-Prügler

    MEHR IN NEWS

    So soll es dereinst um das Gebiet «Im Funken» aussehen. - Buchner Bründler Architekten
    2 Interaktionen
    «Im Funken»
    Für Solange Emmenegger ist die Arbeit als Cheftrainerin extrem erfüllend. - zVg
    Rund 100 Mitglieder
    Katja Stettler-Riem geheiratet
    Baldige Geburt

    MEHR AUS FRANKREICH

    Papst
    5 Interaktionen
    Paris
    Papst Leo XIV.
    6 Interaktionen
    Trumps Medienkrach
    3 Interaktionen
    Paris