Fotografin Elfie Semotan mit 84 Jahren gestorben
Die österreichische Fotografin Elfie Semotan ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Die Familie bestätigte dem Sender ORF den Tod. Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) schrieb auf X: «Mit Elfie Semotan verliert Österreich eine der bedeutendsten Fotografinnen unserer Zeit.» Semotan war in den 90er Jahren mit dem deutschen Künstler Martin Kippenberger verheiratet, der 1997 im Alter von 44 Jahren starb.

Semotan war bekannt für einen unverwechselbaren Blick auf die Menschen. Über ihre Kunst sagte Semontan der österreichischen Nachrichtenagentur APA anlässlich ihres 80. Geburtstags: «Grossartig wird ein Bild, wenn das Handwerkliche zusammenfällt mit etwas Undefinierbarem. (...) Das Handwerkliche macht nicht das beste Foto. Wenn es ganz exzessiv ist, kann es sogar alles Leben zerstören. Dann hat man eine perfekte Arbeit, die nicht mehr interessant ist.»
Die Fotografin arbeitete unter anderem für Zeitschriften wie «Vogue», «Marie Claire» oder den «New Yorker». Bekannt wurde sie mit Porträts von Modells wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell. Sie fotografierte Superstars wie die Schauspieler Brad Pitt und Willem Dafoe, oder auch die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Semotan war selbst in den 60er Jahren in Paris Modell, ehe sie hinter die Kamera wechselte. Sie arbeitete jahrzehntelang mit dem Modeschöpfer Helmut Lang zusammen, mit dem sie befreundet war.
Museen und Galerien haben Semotan öfter mit Einzelausstellungen gewürdigt. Für das bevorstehende Jubiläum 25 Jahre Wiener Museumsquartier entwickelte sie eine Fotostrecke mit Porträts von Persönlichkeiten. Das Museum für angewandte Kunst in Wien (MAK) würdigte Semotan auf Facebook als «eine Fotografin, die Mode, Kunst und angewandte Gestaltung mit seltenem Feingefühl verband. Ihre Arbeiten prägten über Jahrzehnte das visuelle Verständnis von Mode, Werbung und künstlerischer Fotografie.»










