Flüchtlingsschiff «Sea-Watch 4» in Kiel getauft

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    Deutschland,

    «Man lässt keinen Menschen ertrinken»: Bei der Taufe des Flüchtlingsschiffs «Sea-Watch 4» zur Seenotrettung fordern Politiker, dass Europa nicht wegschaut.

    Taufe Rettungsschiff Sea-Watch 4
    Das Rettungsschiff Sea-Watch 4 liegt bei der Taufzeremonie am Hafen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Kiel wurde heute Donnerstag das Flüchtlingsschiff «Sea-Watch 4» getauft.
    • Das rund 60 Meter lange Schiff kann notfalls bis zu 1000 Menschen aufnehmen.

    Mit dem Appell, Europa dürfe Menschen im Mittelmeer nicht ertrinken lassen, ist in Kiel das von der evangelischen Kirche initiierte Flüchtlingsschiff getauft worden. «Europa darf nicht zuschauen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bei der Zeremonie am Donnerstag.

    Das frühere Forschungsschiff «Poseidon» wurde auf den Namen «Sea-Watch 4 powered by United4Rescue» umgetauft und in die operative Verantwortung der Hilfsorganisation Sea-Watch übergeben.

    Taufe Rettungsschiff Sea-Watch 4
    Heinrich Bedford-Strohm (l), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), steht auf der Brücke im Rettungsschiff Sea-Watch 4. - dpa

    Taufpatin war Schleswig-Holsteins stellvertretende Landtagspräsidentin Aminata Touré. Sie sprach angesichts des mutmasslich rassistischen Anschlags in Hanau mit zehn Todesopfern «von einem mulmigen Gefühl» an diesem Tag. Die Schiffstaufe setze ein grossartiges Signal dagegen - statt zu töten, Leben zu retten. Zugleich kritisierte Touré, deren Eltern vor Jahrzehnten aus dem vom Bürgerkrieg erschütterten westafrikanischen Mali nach Deutschland geflohen waren, den Umgang einiger Länder mit privaten Rettungsorganisationen: «Seenotrettung ist kein Verbrechen.»

    Bis zu 1000 Menschen aufnehmen

    Die rund 60 Meter lange «Sea-Watch 4» könne notfalls bis zu 1000 Menschen aufnehmen, hiess es. Am Montag wird das Schiff Kiel in Richtung Spanien verlassen. Dort sollen letzte Umbauten erfolgen. Der erste Einsatz zur Flüchtlingsrettung vor der libyschen Küste könnte im April starten.

    sea watch 3
    Das Rettungsschiff «Sea Watch 3». (Archivbild) - keystone

    Dem Bündnis «United4Rescue» gehören rund 300 Partner an, darunter die EKD und die Mehrzahl der Landeskirchen wie die Nordkirche, aber auch die Musikband Revolverheld und der DGB. Der Filmemacher Wim Wenders hat die Initiative mit seinem Namen und einer Spende unterstützt - wie Tausende Privatpersonen. Das Aktionsbündnis hatte sich am 3. Dezember 2019 in Hamburg konstituiert.

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