Anzeige und Kritik der AfD nach Kerkelings Buchenwald-Satz
Die AfD kritisiert Hape Kerkelings Satz über Buchenwald im Thüringer Landtag. Ein Berliner Politiker der Partei erstattet Strafanzeige.

Thüringens AfD-Fraktionsvize Daniel Haseloff hat eine Aussage von Hape Kerkeling scharf kritisiert, berichtet die «Welt». Der 38-Jährige sagte, die Aussage mit der AfD in Verbindung zu bringen, sei «ein harter Vorwurf, ein harter Angriff».
Kerkeling war am Mittwoch bei einer Anhörung zum möglichen AfD-Verbotsverfahren im Thüringer Landtag zu Gast. Dort sagte er, bei einer Partei mit dem Slogan «Alles ist möglich» sei «unter Umständen auch Buchenwald möglich».
Hintergrund ist die Familiengeschichte: Kerkelings Grossvater Hermann war politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald. Er erlebte dort Zwangsarbeit und Folter, weil er im März 1933 in Herten Flugblätter gegen Adolf Hitler verteilt hatte.
Strafanzeige gegen Kerkeling wegen Aussage
Der Berliner AfD-Politiker Julian Adrat hat laut «Berliner Zeitung» wegen des Auftritts Strafanzeige gegen Kerkeling bei der Staatsanwaltschaft Erfurt erstattet.
Der Vorwurf von Adrat lautet auf Volksverhetzung, die Anzeige veröffentlichte er auf der Plattform X.
Die Sitzung des Ausschusses für Justiz, Migration und Verbraucherschutz war die erste Anhörung dieser Art. Eingeladen hatte den Schauspieler die Linke-Fraktion, auf deren Antrag die Anhörung im Landtag Thüringens zurückging.
Kerkeling fordert Verbotsverfahren gegen die AfD
Kerkeling appellierte im Thüringer Landtag laut «web.de» an die Politik, ein Verbotsverfahren gegen die Partei anzustossen. Er begründete seine Forderung damit, dass die AfD seiner Ansicht nach den Nationalsozialismus relativiere und verfassungsfeindlich sei.

Kerkeling sagte dort auch, Thüringen habe erfahren, «wie eine Demokratie sich selbst abschafft, wenn genügend Menschen wegschauen». Der Entertainer verwies dabei auf die Geschichte des Landes, in dem Buchenwald liegt.
In Sachsen-Anhalt wurde die Partei bei der Wahl stärkste Kraft und will in Magdeburg regieren, schreibt die «Welt». Der dortige Landesverband und die Thüringer AfD unter Björn Höcke gelten als gesichert rechtsextremistisch und werden beobachtet.
















